Zwischen Grafrath und Mauern drücken vor allem Motorradfahrer gerne aufs Gaspedal – eine Gefahr für die Kinder, die auf den Fußballplätzen spielen. beispielfoto: dpa

Zwischen Grafrath und Mauern

Rennstrecke bleibt Rennstrecke – Gemeinderat machtlos

Grafrath – Die Motorrad-Rennstrecke zwischen dem Grafrather Bürgerstadel und dem Ortsteil Mauern sorgt weiter für Ärger. Polizei und Landratsamt können oder wollen offenbar nichts unternehmen. Die Gemeinde will aber nicht locker lassen. Bei einer Verkehrsschau haben sich Gemeinde, Landratsamt und Polizei die Situation vor Ort angesehen.

Auslöser dafür war eine Beschwerde von Klaus Rüth (GE) in einer früheren Gemeinderatssitzung. Er hatte festgestellt, dass junge Motorradfahrer auf der Straße zwischen dem Grafrather Sportplatz und Mauern oft mit hoher Geschwindigkeit wiederholt hin- und herfahren und auf die Gefahr für die Kinder auf den Fußballplätzen hingewiesen.

Doch die Verkehrsschau ergab ein für die Gemeinde wenig befriedigendes Ergebnis. Die Polizei hat laut Vizebürgermeisterin Ingrid Wild (SPD) erklärt, dass bloßes Blitzen nichts bringt, weil auf den Fotos der Fahrer nicht erkennbar sei. „Kontrollen seien daher nur mit zwei Polizeifahrzeugen möglich, weil die Motorradfahrer sofort angehalten werden müssten“, sagte Wild in der jüngsten Ratssitzung. Dazu zeigten sich die Gesetzeshüter offenbar aber nicht bereit.

Auch eine Versetzung des Ortsschildes weiter ortsauswärts sei laut Landratsamt nicht möglich. „Das Schild muss dort stehen, wo die erste Bebauung beginnt, und das ist der Bürgerstadel“, sagte Wild. Die Fußballplätze liegen damit weiter in dem Bereich, in dem noch 100 Stundenkilometer gefahren werden dürfen.

Auch ein Geschwindigkeitstrichter mit einer schrittweisen Reduzierung von 100 über 80 auf 60 Stundenkilometer sei laut Kreisbehörde an dieser Stelle nicht erlaubt, da das Ortsschild von Mauern kommend gut einsehbar sei. „Ich sehe derzeit keine Möglichkeit, dass wir etwas tun können“, sagte Wild. Um zu verhindern, dass Kinder Bällen auf die Straße hinterher laufen, könne man lediglich einen niedrigen Zaun errichten.

Außerdem habe die Polizei verdeckte Tempomessungen über einen Zeitraum von sieben Tagen angeboten, um zu überprüfen, wie viele Fahrzeuge tatsächlich mit überhöhter Geschwindigkeit an dieser Stelle unterwegs sind.

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) würde dieses Angebot gerne annehmen: „Dann haben wir vielleicht ein Druckmittel, dass die Polizei dann auch noch mal mit zwei Fahrzeugen anrückt und kontrolliert.“ Außerdem will er sich mit der Ablehnung des Geschwindigkeitstrichters nicht zufrieden geben. „Da sollten wir weiter dran bleiben.“

Hartwig Hagenguth (BfG) bezweifelte indessen, dass die verdeckten Tempomessungen etwas bringen: „Die Motorradfahrer sind ja nicht jede Woche unterwegs.“ Rüth zeigte sich vom Ergebnis der Verkehrsschau besonders enttäuscht und sagte: „Ich finde es unmöglich, wie die Bürokraten über reale Situationen entscheiden.“  

von Andreas Daschner

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