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In Notfällen kommt es auf jede Sekunde an.

Grafrath

Sanitäter wollen bei jedem Notruf ausrücken

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Zuletzt wurden die Sanitäter der Helfer vor Ort (HvO) in Grafrath nur noch zu lebensbedrohlichen Notfällen gerufen. Das gefiel weder den Helfern noch den Bürgern.

Grafrath –  Nun zeichnet sich eine Lösung ab, sodass die HvO wieder bei allen Notrufen hinzugezogen werden. Dafür hatte sich auch Bürgermeister Markus Kennerknecht stark gemacht.

In der Regel ist der HvO der Erste, der zu einem Einsatzort kommt. Bei Notfällen wie einem Herzstillstand können die Minuten zwischen seinem Eintreffen und dem Eintreffen des Rettungswagens über Leben und Tod entscheiden. Aber auch bei anderen Notfällen leistete der HvO schnelle Erste Hilfe.

Durch ein neues Alarmierungssystem war er zuletzt aber nur noch zu lebensbedrohlichen Fällen gerufen worden. „Der Hintergrund ist, dass der Helfer nicht zusätzlich alarmiert wird, wenn er ohnehin nach nur zwei Minuten wieder weggeschickt würde“, sagt Kennerknecht – weil nämlich dann der Rettungswagen vor Ort ist und dessen Sanitäter den Patienten übernehmen. Die Helfer in Grafrath mit dem Notfallsanitäter Christian Schneider und seinem zehnköpfigen Team seien aber sehr motiviert und wollen zu allen Einsätzen gerufen werden. Sie möchten Kranken helfen, auch wenn ihre Hilfe nur kurz nötig ist.

Unterschriften gesammelt

Das sieht wohl auch die Bevölkerung so. Schneider hatte eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der er seine Forderung untermauern wollte – mit Erfolg. 700 Menschen haben sich laut Kennerknecht dafür ausgesprochen, dass der HvO wieder bei allen Notrufen hinzugezogen werden soll. Mit diesem Votum im Gepäck suchte der Rathauschef das Gespräch mit Vertretern des Landratsamts, das für die Integrierte Leitstelle zuständig ist. In der Behörde erhörte man den Wunsch der Grafrather offenbar. „Es zeichnet sich eine Lösung im Sinne der HvO ab“, sagt Kennerknecht.

Alle Beteiligten hätten aus dem Gespräch mitgenommen, dass der Helfer vor Ort in Grafrath gestärkt werden soll. Die Umsetzung müsse nun in der Rettungsleitstelle erfolgen, dies sei technisch machbar, so der Rathauschef.

Wie schnell die Umsetzung erfolgt, steht noch nicht fest. Kennerknecht geht von zwei bis drei Wochen aus. „Danach werden wir ein, zwei Monate lang schauen, wie sich die Einsatzzahlen entwickeln.“ Gegebenenfalls werde man dann nachjustieren.

Die Sache sei ein technisches Problem, so Kennerknecht. Um Geld ging es zu keinem Zeitpunkt.

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