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Der Glockenstuhl der Grafrather Rassokirche ist völlig marode.

Tragwerk morsch

Schock für Grafrather Pfarrverband: Glockenstuhl völlig marode

Der Glockenstuhl in der Grafrather Rassokirche ist völlig marode. Noch ist nicht klar, ob er saniert werden kann, oder ob er neu gebaut werden muss. Bis das entschieden ist, schweigen die Glocken in der Klosterkirche.

Grafrath„Wir waren erschrocken über den Zustand des Glockenstuhls“, sagt Pater Ludwig Mazur. Dass man überhaupt nachsah, lag vor allem daran, dass die Glocken in den vergangenen Monaten immer erbärmlicher klangen. „Der Grund war ein instabiler Glockenstuhl“, sagt Herbert Brettner von der Kirchenverwaltung. Durch die starke Eigenschwingung des Holzkonstrukts seien die Glocken in keinen richtigen Rhythmus mehr gekommen. „Ungünstig war dabei auch, dass die größte und schwerste Glocke am höchsten Punkt des Glockenstuhls aufgehängt war, anstatt, wie es üblich ist, an der tiefsten Stelle“, erklärt Brettner.

Über mehrere Jahre diskutierten Experten, wie zu verfahren ist. „Ein Eingriff in die historische Substanz sollte unbedingt vermieden werden“, sagt Brettner. Letztlich habe man sich darauf geeinigt, den Glockenstuhl völlig abzubauen und in der Werkstatt zu sanieren.

Fast alle Balken des Glockenstuhls sind morsch

Doch bei der Demontage folgte der Schock: Fast alle Balken des Glockenstuhls sind morsch. Einige weisen sogar Brandspuren auf. Woher diese stammen, kann Pater Ludwig nicht sagen. „Auf jeden Fall scheinen sie alt zu sein.“ Und gut verborgen waren sie auch. Als der Glockenstuhl vor zwei Jahren inspiziert wurde, waren niemandem die angekokelten Balken aufgefallen.

Die Glocken werden möglicherweise bis Ostern verstummen. 

Mittlerweile sind die drei Glocken demontiert und befinden sich in einer Werkstatt in Passau. Ob das Holzkonstrukt, an dem sie aufgehängt waren, saniert werden kann, erscheint laut Brettner nach erstem Augenschein fraglich. „Eine Sanierung dürfte in jedem Fall um ein Vielfaches teurer sein, als ein neuer Glockenstuhl“, sagt er.

Die Entscheidung, wie weiter verfahren werden soll, treffen nun das staatliche Hochbauamt Freising, das Landesamt für Denkmalpflege und die Restaurateure. Wann sich die Fachstellen kurzschließen, steht laut Pater Ludwig aber noch nicht fest.

Vor dem Abbau war noch versprochen worden, dass das Geläut an Ostern wieder erklingen kann. „Darauf hoffen wir immer noch“, sagt der Pater des Franziskaner-Klosters. Ob das klappt, sei allerdings sehr ungewiss.

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