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Mit Klee: Max Riepl-Bauer, CSU-Gemeinderat und Landwirt aus Ortsteil Mauern, auf seiner Blühwiese.

Beispiel aus Grafrath

So funktionieren Blühwiesen in der Praxis

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Mit Blühwiesen geht die Gemeinde Grafrath gegen das Insektensterben vor. Auch die Landwirte sollen mit an Bord geholt werden. Wie, das zeigt das Beispiel des CSU-Gemeinderats Max Riepl-Bauer.

Grafrath – Jetzt im Herbst ist von einer bunten Blütenpracht auf der Fläche zwischen Mauern und Etterschlag zwar nicht viel zu sehen. Dennoch wuseln immer noch einige Insekten herum und stürzen sich auf den dort noch wachsenden Klee. Im Frühjahr, wenn auch die Luzerne blüht, sind noch mehr Bienen und Insekten zu beobachten. „Dann ist hier richtig was los“, sagt Max Riepl-Bauer, der die Blühwiese bewirtschaftet.

Es ist eine von zwei Wiesen mit einer Gesamtfläche von dreieinhalb Hektar – die zweite liegt zwischen Grafrath und Inning. Die Aussaat von Blühwiesen diente ursprünglich nicht einmal den Insekten. „Wir bieten hier ein Habitat für den Rotmilan, wo er auf Mäusejagd gehen kann“, berichtet Riepl-Bauer. Entstanden ist dies in Zusammenarbeit mit der Münchner Firma GFN Umweltplanung und deren Geschäftsführer Bahram Gharadjedaghi.

Riepl-Bauer hat dafür vor vier Jahren Klee und Luzerne angesät – mehrjährige Kulturen, die weitgehend unberührt liegen bleiben und nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Durch die wenigen Eingriffe des Menschen können dort die Mäuse für den Rotmilan ein weitgehend ungestörtes Zuhause finden.

Doch Veränderungen in der Natur haben selten nur eine Auswirkung. „Der Klee blüht das ganze Jahr über, die Luzerne einmal im April oder Mai“, sagt Riepl-Bauer. Und diese Blüten kommen auch den Insekten zugute. „Der Klee fördert zum Beispiel auch die Wildhummeln“.

Dafür nimmt der Landwirt sogar leichte finanzielle Einbußen in Kauf. „Zuvor hatte ich auf den Flächen Körnermais angebaut“, berichtet er. Die Luzerne und der Klee bringen etwas weniger Ertrag. „Luzerne ist ein altes, sehr proteinreiches Ackerfutter“, sagt der Grafrather. Somit kann er das Mähgut immerhin als Futtermittel verkaufen. Selbst hält er kein Vieh. Dafür, dass finanziell weniger hängen bleibt, hat der Landwirt aber weniger Arbeit. „Bis auf das Mähen müssen die Flächen nicht weiter bewirtschaftet werden.“ Auch das Ausbringen von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln ist nicht nötig. „Wir sind kein Biobetrieb und könnten deshalb sogar auf diese Weise eingreifen – müssen wir aber gar nicht.“

Einziges Problem: Wegen gesetzlicher Vorgaben muss Riepl-Bauer im kommenden Jahr die Flächen umackern. „Ansonsten wird aus dem Ackerland ein sogenanntes historisches Dauergrün.“ Sie wäre als Ackerfläche für die Landwirtschaft dann auf Jahre hinaus verloren. Das will Riepl-Bauer vermeiden – wenngleich die Blühwiesen auch danach wieder neu angesät werden sollen.

Damit fährt der Landwirt ganz auf der Schiene des Grafrather Gemeinderats, der schon mit dem Obst- und Gartenbauverein zusammenarbeitet: Auch im Ort entstehen Blühflächen. Nun sollen auch Landwirte mit an Bord geholt werden – nach dem Vorbild von Max Riepl-Bauer.

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