Nach diesem Modell wollen die Grafrather Gemeinderäte die Bebauung des ehemaligen Märchenwald-Geländes weiterverfolgen. Im Nordosten (rechts oben) findet sich das Seniorenwohnen, im Nordwesten die geplante Kindertagesstätte.
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Nach diesem Modell wollen die Grafrather Gemeinderäte die Bebauung des ehemaligen Märchenwald-Geländes weiterverfolgen. Im Nordosten (rechts oben) findet sich das Seniorenwohnen, im Nordwesten die geplante Kindertagesstätte.

Aus dem Gemeinderat

So wird das Märchenwald-Areal in Grafrath bebaut

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Lange war es still um die geplante Bebauung des ehemaligen Märchenwaldgeländes in Grafrath. Nun liegt ein erster Planungsentwurf vor. Bis gebaut werden kann, ist aber noch vieles zu klären.

Grafrath – Bereits im Juli 2019 waren die Sieger des Planungswettbewerbs für das große Areal zwischen Moorenweiser Straße und Villenstraße Nord gekürt worden: das Architekturbüro Hirner und Riehl. Deren Vertreter legten nun im Bauausschuss Pläne vor, die auf ihrem Siegerentwurf basieren. Die beim Wettbewerb eingebrachten Vorschläge wurden dabei weitgehend umgesetzt. Größte Herausforderung waren die unterschiedlichen Höhenlagen des Areals.

Eine Kindertagesstätte wird im westlichen Bereich angesiedelt. Im Osten soll die SeWoGe Gebäude bekommen – eine Genossenschaft, die dort Seniorenwohnen realisieren will. Zentral sind vier Geschosswohnungsbauten geplant. Das Besondere: Eine scharfe Parzellierung gibt es nicht, stattdessen sind nur Baufenster vorgesehen, so dass das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Dass die gewünschte pavillonartige Bebauung realisiert wird, soll durch die Festsetzung von Grundfläche, Wandhöhe und Anzahl der Geschosse sichergestellt werden.

Dadurch und durch den Erhalt der großen Bäume soll ein Parkcharakter entstehen, was Thomas Prieto Peral (Grüne) sehr begrüßt: „Hier wird Lebensraum für die Öffentlichkeit geschaffen.“

Stellplätze werden einige oberirdisch angelegt, der Großteil soll aber in einer Tiefgarage im vorderen Bereich an der Villenstraße Nord im Untergrund verschwinden. Weitere prägende Baumgruppen an den Rändern des Gebiets sollen erhalten werden.

Für die Bauten sind Holzverkleidung und Blechdächer angedacht, wobei das Dachmaterial umstritten war. Anton Hackl (Grafrather Einigkeit) hätte sich Satteldächer mit Ziegeleindeckung gewünscht, fand dafür im Ausschuss aber keine Stimmen.

Dagegen setzte sich Monika Glammert-Zwölfer (Grüne) mit ihrem Vorschlag durch: Sie wollte nicht nur wie vorgesehen auf Flachdächern, sondern auch auf flach geneigten Dächern eine Begrünung ermöglichen. Dem stimmten die Ausschussmitglieder mit einem 7:2-Votum zu. Generell sprach sich die Grünen-Vertreterin dafür aus, mit den Eigentümern weiter daran zu arbeiten, auf dem Areal ein Modellprojekt für nachhaltiges Bauen und eine ökologische Energieversorgung zu realisieren.

Wie diese Stromerzeugung aussehen kann und ob dafür auch Photovoltaikanlagen auf den Dächern errichtet werden, muss laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) jedoch erst im weiteren Verfahrensverlauf geklärt werden. Auch steht noch eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung aus, in der etwaige Auswirkungen auf Flora und Fauna untersucht werden. Diese könnte Schutzmaßnahmen erforderlich machen.

Hartwig Hagenguth (Bürger für Grafrath) hielt es angesichts der offenen Fragen für verfrüht, die Pläne für die Beteiligung der Bürger und Behörden auszulegen. Kennerknecht meinte, dass nichts dagegen spreche, jetzt schon Meinungen einzuholen. Sollte es im weiteren Verlauf größere Änderungen geben, könne man eine zusätzliche Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen. Letztlich billigte der Ausschuss das Vorgehen einstimmig.

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