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Die Kreisstraße zwischen Grafrath und Mauern wird von Motorradfahrern als Rennstrecke genutzt. Das passt dem Gemeinderat gar nicht.

Kreisstrasse nach Mauern

Die ungewollte Motorrad-Rennstrecke bei Grafrath

Grafrath – Quietschende Reifen und aufheulende Motoren: Die Kreisstraße von Grafrath nach Mauern wird von Motorradfahrern gerne als Rennstrecke missbraucht. Dem Grafrather Gemeinderat gefällt das gar nicht.

In den Sommermonaten ist Gemeinderat Klaus Rüth (Grafrather Einigkeit/GE) oft bei der SpVgg Wildenroth am Sportgelände an der Mauerner Straße. Dabei bekommt er aber nicht nur Fußball zu sehen, sondern wird häufig auch Zeuge von eher fragwürdigem Motorsport. „Dort sind oft junge Burschen mit ihren Motorrädern unterwegs, die die Straße bis Mauern als Rennstrecke nutzen“, berichtete er im Gemeinderat. Dabei rasen die Motorradfahrer nicht nur einmal die kurvige Strecke entlang. „Es geht nach Mauern, dort wird gewendet, dann geht’s wieder zurück“, sagte Rüth. Nach einem weiteren Wendemanöver am Parkplatz des Sportgeländes beginnt alles von vorne.

Bei Rüth sorgt das nicht unbedingt für Begeisterung. „Da geht es nicht nur um die Lärmbelästigung, sondern auch um die Verkehrssicherheit.“ Gerade an Spieltagen sind am Sportplatz immer viele Menschen unterwegs, darunter auch zahlreiche Kinder. Der GE-Rat hat bereits das Gespräch mit den jungen Hobby-Rennfahrern gesucht. „Die waren eigentlich sehr nett und sind sich durchaus bewusst, was sie da machen.“ Seine Kritik sei aber mit dem Hinweis abgewiegelt worden, dass „die Strecke halt so schön ist“.

Dass das Ortsschild noch vor dem Ende des Sportplatzes steht, sodass Fahrzeuge sogar rechtskonform früh beschleunigen dürfen, gefällt Rüth auch nicht. Mit einer Versetzung des Schildes weiter ortsauswärts ist die Gemeinde bislang an den Behörden gescheitert. „Das kann nicht sein, dass das Wohl der Bürger da nicht berücksichtigt wird“, sagte Rüth.

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) sagte dazu: „Ich glaube nicht, dass die Behörden da nichts machen wollen.“ Allerdings müssten die Maßnahmen auch wirksam sein. Bislang wurde offenbar bezweifelt, dass eine Versetzung des Ortsschildes die Raser abschreckt. Rüth erklärte dagegen, dass er einfach nur eine Handhabe gegen die Motorradfahrer haben will.

Wie Hartwig Hagenguth (Bürger für Grafrath) erklärte, gebe es diese bereits. „Es gibt im Straßenverkehr den Tatbestand des sinnlosen Hin- und Herfahrens.“ Hagenguth bezeichnete es als guten und richtigen Schritt, dass Rüth erst das Gespräch mit den jungen Burschen gesucht hat. „Aber wenn das Reden nichts bringt, hilft nur noch eine Anzeige“, sagte der Altbürgermeister. Diesen Schritt will Kennerknecht aber offenbar noch nicht gehen. Er will stattdessen noch einmal mit dem Landratsamt und der Polizei über mögliche Gegenmaßnahmen sprechen.

von Andreas Daschner

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