Freistaat investiert über zwei Millionen Euro

Versuchsgarten wird Walderlebniszentrum

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Der Forstliche Versuchsgarten in Grafrath soll zum Walderlebniszentrum werden. Dafür will der Freistaat über zwei Millionen Euro investieren. Der Gemeinderat ist begeistert, hat aber Angst vor mehr Verkehr.

GrafrathDie Schulkinder der Region sollen im Forstlichen Versuchsgarten den Wald kennenlernen können. Deshalb wird dort nun ein Walderlebniszentrum geschaffen. Bei den Gemeinderäten kommt das Projekt gut an. Sorgen gab es nur wegen des drohenden Verkehrs.

Wer in ein Walderlebniszentrum will, der muss bislang nach Grünwald fahren – oder sogar noch weiter, bis nach Lechbruck, Füssen, Regensburg und Tennelohe bei Fürth. Nun will der Grafrather Versuchsgarten nachziehen. Für das dafür nötige Gebäude will der Freistaat mindestens zwei Millionen Euro in die Hand nehmen. Ende 2020 soll das Projekt in den Startlöchern stehen.

„Unser Ziel ist es, dass jedes Schulkind einmal in seinem Leben von einem Förster durch den Wald geführt wird“, sagte Michaela Amann, Betriebsleiterin des Versuchsgartens. Bis zu vier Schulklassen täglich sollen im künftigen Walderlebniszentrum mit dem Wald vertraut gemacht werden. Aber auch Erwachsenenbildung kann erfolgen, wie Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) in der Gemeinderatssitzung ausführte.

Mehr Personal, ein Neubau und bis zu 10 000 Besucher

In diesem Rahmen stellten Amann und Andreas Kronthaler, Leiter des für die Bauplanung zuständigen Staatlichen Bauamts Freising, das Projekt vor. Um die Waldführungen zu organisieren, plant die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, der der Versuchsgarten angeschlossen ist, das Personal um zwei Förster und eine Verwaltungskraft aufzustocken. Abgerundet werden sollen die Führungen durch Ausstellungen oder Vorträge.

Dazu ist ein Neubau geplant, der mehr als 20 Meter lang und bis zu acht Meter hoch werden soll. „Wir wollen, dass sich der Bau in die Umgebung einfügt“, sagte Kronthaler. Deshalb sei eine Holzkonstruktion in Ständerbauweise geplant. Dadurch sei sichergestellt, dass der Eingriff möglichst schonend ausfalle. Obwohl das Gebäude aufgeständert wird, sei ein barrierefreier Zugang sichergestellt. Geplant sind zwei Gebäudetrakte: einer für Büros und einer für einen Saal für bis zu 30 Personen. Auch Toiletten und eine Küche sind angedacht.

Wenn die Landesregierung den Plänen zustimmt – was angesichts der Wahl noch dauern dürfte –, könnten in zwei Jahren die Bagger rollen und das Erlebniszentrum Ende 2020 eröffnet werden.

Laut Amann soll das Angebot langsam ausgebaut werden. Dennoch könnte die Besucherzahl von derzeit 2000 in einigen Jahren auf bis zu 10 000 anwachsen. Der drohende Verkehr bereitete Bernd Traut (GE) Kopfzerbrechen. Busse könnten die Kinder abliefern und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abholen, sagte Kronthaler. Für Autos gebe es nach dem Umbau der Jesenwanger Straße 20 Stellplätze. Bisher waren es nur vier. Außerdem könnten auch Flächen im Areal des Versuchsgartens als Parkplätze dienen. Bei Großveranstaltungen wie dem Indian Summer können dort schon jetzt bis zu 100 Autos parken. Allerdings sind die Flächen nur provisorisch. „Ich gehe davon aus, dass sich das ändert, wenn es nötig wird“, sagte Kennerknecht.

Zudem sollen die Besucher zur Anreise mit der Bahn bewegt werden. Dafür wird der Zugang von der Bahnhofstraße aus aufgewertet. Ein größeres Tor ist angedacht. „Der Zugang soll gleichwertig zum Haupteingang an der Jesenwanger Straße wahrgenommen werden“, so Amann.

Die Räte stimmten den Plänen grundsätzlich zu. Ein Bauantrag muss erst noch eingereicht werden.

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