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Vierte Krippengruppe macht viele Probleme

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Von: Andreas Daschner

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Einen Monat nach Einführung des beitragsfreien Kindergarten
Beispielfoto © dpa / Friso Gentsch

Nichts wird es mit einer einfachen Lösung für eine vierte Gruppe in der Grafrather Kinderkrippe „Rassobande“. Wegen der fehlenden Barrierefreiheit muss ein Anbau für weitere Funktionsräume errichtet werden. Und der kostet wohl rund eine halbe Million Euro.

GrafrathUrsprünglich sollte die vierte Gruppe einfach in einem Raum im Untergeschoss eingerichtet werden. Die Kindertagesstättenaufsicht im Landratsamt hatte diesem Vorhaben bereits zugestimmt.

Doch nun kam eine andere Abteilung der Kreisbehörde mit schlechten Nachrichten ums Eck. Das Kreisbauamt erklärte, dass zwar der Gruppenraum im Keller genehmigt werden kann, nicht jedoch die nötigen weiteren Funktionsräume. Der Mehrzweckraum muss laut Kreisbehörde barrierefrei erreichbar sein. Dies sei im Keller nicht gegeben.

Im Erdgeschoss ist aber kein Platz für den Raum. Es müsste also ein Anbau errichtet werden. In diesem könnten zwar auch nur drei der vier Gruppen den Raum barrierefrei erreichen. „Das Landratsamt würde sich aber mit 75 Prozent Barrierefreiheit zufrieden geben“, sagt Planerin Barbara Rieder-Bauer im Gemeinderat.

Die Gemeinde ist laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) auf eine weitere Gruppe bald angewiesen. „Noch funktioniert es, aber wir sind stark ausgelastet“, sagte er. Angesichts derzeit steigender Geburtenzahlen und des Neubaugebiets in Mauern werde man mittelfristig aber Probleme bekommen – wenngleich genaue Prognosen schwierig seien, da die Geburtenzahlen auch wieder zurückgehen könnten. Dennoch werde man kurzfristig eine vierte Gruppe und auf Sicht von drei bis fünf Jahren eine weitere komplette Betreuungseinrichtung benötigen.

Barbara Rieder-Bauer und ihr Mann Stephan Bauer, die die ursprünglichen Pläne für die Rassobande erstellt hatten, legten im Gremium nun eine Ausbauvariante vor. Diese sieht einen Anbau an der Südseite des bestehenden Gebäudes vor. Das Problem dabei: Dafür müsste der Parkplatz an der Kirchstraße geopfert werden. Lediglich ein oder zwei Behindertenparkplätze könnten verbleiben, der Rest müsste entlang der Hauptstraße im Norden angegliedert werden.

Da die Parkplätze auch Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen und der Weg von der Hauptstraße zum Friedhof einen steilen Hang hinaufführt, unkte Roger Struzena (Grüne): „Das wird für Unmut im Ort sorgen.“

Den Anbau auf die Nordseite – also zur Hauptstraße hin – zu verschieben, ist laut den Planern aber mit Problemen und Mehrkosten verbunden: Wegen der Hanglage müsste laut Barbara Rieder-Bauer ein zweistöckiger Anbau errichtet und mit einem Aufzug versehen werden. Außerdem sei der Eingriff in den Gartenbereich der Krippe dann recht groß. Dieser müsste dann wohl neu gestaltet werden.

Laut Stephan Bauer besteht außerdem das Problem, dass das im Hang stehende Untergeschoss durch Fenster an der Nordseite belichtet wird. „Wir müssten mit dem Anbau dann sehr weit wegrücken, damit die Belichtung weiter sichergestellt ist.“

Der Gemeinderat will sich dennoch einen solchen Entwurf vorlegen lassen. Auf Anregung von Bernd Traut (Grafrather Einigkeit) wird außerdem die Entscheidung des Landratsamtes noch einmal rechtlich geprüft. Er fand es seltsam, „dass die vierte Gruppe erst genehmigt, dann aber von der gleichen Behörde wieder abgelehnt wird“. Laut Kennerknecht sei die Entscheidung wohl nicht zu beanstanden. Geprüft wird das dennoch.

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