Nachverdichtung 

Vorwurf der Gefälligkeitsplanung zurückgewiesen

Grafrath – Ein Grundstück im Bereich Carl-Orff-Weg/Landmanngassl darf durch einen Anbau nachverdichtet werden.

Der Gemeinderat segnete die dafür notwendige Änderung des dort geltenden Bebauungsplanes ab – nicht jedoch ohne eine längere Debatte.

Burkhard von Hoyer (Bürger für Grafrath) kritisierte, dass mit der Planänderung dem Naturschutz, Landschaftsschutz und Ortsbild nur geringe Beachtung geschenkt würde. Der Bebauungsplan sei in den 1980er-Jahren nicht ohne Grund mit den geltenden Baugrenzen aufgestellt worden. „Welche Gründe gibt es heute dafür, den Maßnahmen zum Schutz des Landschaftsbildes nicht mehr den Stellenwert einzuräumen, den sie vor 30 Jahren hatten?“, fragte er. Er erkannte in der nachträglichen Änderung eine „Salamitaktik zur Baurechtgewinnung“.

Sein Fraktionskollege Hartwig Hagenguth verwies auf einen Einwand des Landratsamts. Die Kreisbehörde hatte geschrieben, dass bei einer Änderung für lediglich ein Grundstück „generell der Verdacht einer Gefälligkeitsplanung besteht“.

Dieser Vorwurf war schon im Bauausschuss im Raum gestanden. Dort hatte es geheißen, dass lediglich auf dem betroffenen Grundstück im Geltungsbereich des Bebauungsplanes genug Platz bestehe, um überhaupt über eine Nachverdichtung nachzudenken. Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) erklärte zudem, dass sich die Situation beim Wohnraumbedarf gegenüber der Zeit von vor 30 Jahren geändert habe: „Wir wollen hier nachverdichten, um einer Grafrather Familie die Möglichkeit zu geben, am Ort zu bleiben.“

Auch Roger Struzena (Grüne) sah kein Problem beim Landschaftsschutz, denn es solle nur ein Anbau entstehen, für den ein schon bestehendes Nebengebäude abgerissen werde: „Ich sehe da keine Beeinträchtigung.“

Das restliche Gremium hatte keine Einwände: Es segnete die Bebauungsplanänderung bei Gegenstimmen von Hagenguth und von Hoyer ab.

Andreas Daschner

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