+
Beispielfoto

Weitere Untersuchungen

Wasser gut, Kontrolle besser

  • schließen

Das Grafrather Trinkwasser hat eine gute Qualität, die gesetzlichen Grenzwerte werden klar eingehalten. Doch das ist den Mitgliedern des Bauausschusses nicht genug.

Grafrath Die Gemeinderäte lassen trotz der guten Wasserqualität weitere Untersuchungen durchführen. „In Zeiten, in denen über Glyphosat diskutiert wird, wollen wir uns nicht vorwerfen, dass wir nicht alles für eine gute Trinkwasserqualität getan haben“, sagt der parteifreie Bürgermeister Markus Kennerknecht. Der Rathauschef betont: „Es besteht keine Sorge, dass wir in einem kritischen Bereich wären.“ Dennoch wolle man für eventuelle künftige Entwicklungen gerüstet sein.

Deshalb hat die BfG-Fraktion nun den Antrag gestellt, dass das Trinkwasser auch auf etwaige Rückstände von Pflanzenschutzmitteln geprüft werden soll. Diese Untersuchungen gehen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus und bedürfen einer gewissen Vorarbeit. Wie Max Riepl-Bauer (CSU) erklärt, sei das Spektrum an Pflanzenschutzmitteln, die aktuell im Einsatz seien, sehr groß. Gemeinsam mit Beauftragten für die Wasserschutzgebietsverordnung, nach der die Landwirte Entschädigungen für eine das Grundwasser schonende Bewirtschaftung erhalten sowie mit dem Wasserwirtschaftsamt soll nun erarbeitet werden, auf welche Stoffe hin das Untersuchungsspektrum im Labor ausgeweitet werden soll.

„Wir müssen ermitteln, welche Feldfrüchte bislang im Bereich des Wasserschutzgebiets angebaut wurden und werden“, erklärt Kennerknecht das weitere Vorgehen. Eine Prüfung auf alle Stoffe sei aufgrund der Vielzahl nicht realistisch. Abgesehen von möglichen Kosten gibt der Rathauschef auch zu Bedenken: „Es gibt wahrscheinlich kein Labor, das so etwas macht.“ Der Bauausschuss stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu.

Proben aus dem Grafrather Leitungsnetz ergaben 2017 folgende Befunde: Nitrat: 25,5 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 50 Milligramm pro Liter). Nitrit: unter 0,02 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 0,5 Milligramm pro Liter). Arsen und Blei: jeweils unter 0,001 Milligramm pro Liter (Grenzwert: jeweils 0,01 Milligramm pro Liter). Cadmium: unter 0,0003 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 0,003 Milligramm pro Liter). Quecksilber: unter 0,0002 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 0,001 Milligramm pro Liter). Quelle: www.vg-grafrath.de

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Harthaus: Der lange Weg vom Trampelpfad zur Treppe
Das jahrelange Warten hat ein Ende. Noch in diesem Jahr wird der Trampelpfad, der vom nördlichen P&R-Platz des Bahnhofs Harthaus zum Bahnsteig führt, durch eine Treppe …
Harthaus: Der lange Weg vom Trampelpfad zur Treppe
Volksverhetzung und Holocaustleugnung: FDP-Poltiker mit Skandal-Post - Partei entsetzt
Die FDP im Landkreis geht auf Distanz zum Brucker Stadtrat Herwig Bahner. Nach einem rechtsextremen Facebookpost verlangen Politiker von ihm eine „öffentliche Erklärung …
Volksverhetzung und Holocaustleugnung: FDP-Poltiker mit Skandal-Post - Partei entsetzt
Darum werden hier Bäume gefällt
Wer von Eichenau nach Emmering fährt, kann es nicht übersehen: Entlang des stillgelegten Bahndamms aus der Hitler-Zeit werden großflächig Bäume gefällt. Warum war …
Darum werden hier Bäume gefällt
Kommunale Blitzer sind ein Draufzahl-Geschäft
Die kommunale Verkehrsüberwachung wird für die Gemeinde immer mehr zum Draufzahlgeschäft. 
Kommunale Blitzer sind ein Draufzahl-Geschäft

Kommentare