Betrieb von Moorenweis und Eresing umworben

Wegzug einer Firma: Aufregung in Grafrath

Grafrath – Der Wegzug der Firma Cabero aus Grafrath und der damit befürchtete Einbruch bei der Gewerbesteuer schlägt weiter hohe Wellen. Und jetzt kommt auch noch Moorenweis ins Spiel – als neuer Firmensitz?

Lachender Dritter der ganzen Angelegenheit könnte eine andere Landkreisgemeinde sein: Offenbar steht Moorenweis in der engeren Auswahl als neuer Standort für den Hersteller von Wärmetauschern. Das zumindest bestätigte der derzeit im Ausland weilende Inhaber Tino Cabero dem Grafrather Gewerbereferenten Gerald Kurz (CSU) vor einigen Tagen. Demnach denkt Cabero über zwei mögliche Standorte nach: Neben Moorenweis ist auch Eresing (Landkreis Landsberg) noch im Rennen – und könnte am Ende die Nase vorn haben. „Der Eresinger Gemeinderat bemüht sich intensiv um das Unternehmen“, weiß Kurz.

Für Diskussionen in der Gemeinde sorgt außerdem die Empfehlung des Finanzausschusses, freiwillige Leistungen wegen der Unsicherheiten bei der Gewerbesteuer vorerst einzufrieren. Cabero hat in den Jahren bis 2013 regelmäßig rund eine Viertelmillion Euro an die Gemeinde abgeführt. Im Jahr 2014 waren es nur noch knapp 23 000 Euro. Das geht aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Gewinn- und Verlust-rechnung des Unternehmens hervor.

Zuletzt waren deshalb Stimmen laut geworden, dass das Finanzloch nicht durch den Wegzug der Firma entstehe, da vom Betrieb schon 2014 wesentlich weniger Gewerbesteuer abgeführt worden war. Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) widerspricht dem aber. „Unseren Haushaltsansatz von 950 000 Euro werden wir heuer nicht erreichen“, sagt er. Und auch im Haushalt 2017 will er einen niedrigeren Ansatz einstellen – eben wegen des Cabero-Wegzugs. „Würde die Firma bleiben, hätte ich kein Problem, auch in den nächsten Jahren mit einem entsprechend hohen Betrag zu kalkulieren.“ Den Rückgang der Gewerbesteuer im Jahr 2014 will der Rathauschef mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht kommentieren.

Sauer ist man unterdessen beim Reitclub Unteralting, der erstes Opfer der eingefrorenen Leistungen ist. Dem Verein wurde ein Zuschuss für den Kauf eines Rasenmähers verwehrt. Die Vorsitzende Catja Winter sieht ihren Club als „Bauernopfer der Politik“. Ihr stößt sauer auf, dass die SpVgg Wildenroth noch 9000 Euro für den gleichen Zweck erhalten habe – mit dem Verweis, dass der Sportverein damit Flächen pflege, die der Gemeinde gehören.

„100 Mitglieder und knapp 50 reitende Jugendliche wären sicher auch von einer Unterstützung ihres Hobbys begeistert gewesen“, sagt sie. Winter kommentiert die Entscheidung sarkastisch: „Wenn der Verlust des Zuschusses unser Beitrag als naturverbundener Sportverein zum Erhalt eines Naturschutzgebietes ist, so sind wir gerne bereit, den augenscheinlich durch den eventuellen Wegzug eines einzigen Gewerbebetriebes stark angeschlagenen Haushalt unserer Heimatgemeinde zu entlasten.“ Zum Hintergrund: Der Firmenchef hatte angekündigt, er werde umziehen, wenn er den Betrieb nicht vergrößern könne. Die Grafrather hatten die Erweiterung des Gewerbegebiets ins Naturschutzgebiet in einem Bürgerentscheid abgelehnt.

Kennerknecht sagte dem Tagblatt auf Nachfrage, dass die freiwilligen Leistungen nicht zwingend auf Dauer auf Eis liegen. „Aber momentan müssen wir eben vorsichtig sein.“

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