Diskussion zwischen Bürgern und Stadtverwaltung

Graßlfinger Moos: Spielregeln fürs Bauen

Graßlfing – In kleinen Schritten geht es in punkto Bauen voran im Graßlfinger Moos. Mit einer Fibel soll Einheitlichkeit geschaffen werden und eine gute Verhandlungsbasis für Stadt und Bürger gegenüber dem Landkreis.

Ungeteilt war die Begeisterung bei der von über 80 Bürgern besuchten Mitgliederversammlung der Interessensgemeinschaft Graßlfinger Moos (IG) allerdings nicht. Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass nur ein gemeinsames Vorgehen von Stadt und Graßlfinger Moos erfolgversprechend ist. Das machte Bauamtsleiter Markus Brunnhuber deutlich: „Was wir Ihnen darstellen, wird auch unsere Argumentation gegenüber dem Landratsamt sein.“

Eine Fibel soll dies unterstützen. Darin sollen unter anderem die grundsätzliche Grundstücksanordnung, der räumliche Zusammenhang der Gebäude und eine landschaftsgerechte Gestaltung geregelt werden. Auch Details wie die Form der Fenster oder die Farbwahl können laut Vize-Bauamtsleiterin Stephanie Kulosa festgelegt werden.

Doch Georg Sirtl, Bewohner des Mooses, forderte eine größere Bauweise. „Man muss richtig planen können, mit zwei Stockwerken.“ Abgeschnittene Dächer oder Dachgeschosse seien kaum geeignet, um das Problem zu lösen. Unterstützung fand er bei Roswitha Rohm. „Wir haben hier noch ein funktionierendes Zusammenleben der Generationen.“ Das müsse erhalten werden und sich in der Wohnraumsituation widerspiegeln. Dieter Kornblum schlug vor, dass der Familienbezug beim Baurecht lockerer gefasst werden soll. „Manche Bewohner haben keine Kinder. Die sind gezwungen, an Fremde zu verkaufen, um den Hof zu erhalten.“

Gefordert wurde ebenfalls, den Status des Landschaftsschutzgebietes abzuschaffen. Viele Bewohner betrachten ihn als Klotz am Bein, der eine Weiterentwicklung der Pläne behindert. Für Stadtrat und Moos-Bewohner Alois Waltl würde es ausreichen, das Gebiet als Kulturlandschaft zu benennen. „Das schützt die Landschaft ebenso.“

IG-Vorsitzender Michael Neumeier war zufrieden. „Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Er habe das Gefühl, von der Stadt unterstützt zu werden. Die betreibt für die Graßlfinger laut Bürgermeister Andreas Magg einen sehr großen Aufwand. Das sei aber angesichts der über 200 Unterschriften beziehungsweise Einwendungen zum Flächennutzungsplan nötig, um sich alle Chancen offen zu halten.

Über diese Einwendungen wird der Olchinger Stadtrat in seiner Sitzung am 4. Februar entscheiden. Danach kann im Zusammenwirken von Landratsamt, Stadt und den Bürgern Graßlfings die Fibel erstellt werden. Dies ist ein Prozess, der sich allerdings über mehrere Jahre hinziehen kann, so Stadtsprecherin Julia Henderichs. (hk)

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