Willkommen im Dorf: Georg Iakovidis (l.) wird von Bürgermeister Norbert Riepl begrüßt.

Sportheim in Günzlhofen

Grieche rettet die einzige Wirtschaft im Dorf

Ein ganzer Ort atmet auf: „Mir ham an Wirt!“ Das verkündete jetzt Bürgermeister Norbert Riepl. Damit ist der Verbleib der einzig verbliebenen Wirtschaft in Oberschweinbach gesichert. Das Sportheim des VSST Günzlhofen steht unter griechischer Leitung.

Oberschweinbach Noch vor kurzem hatte der Rathauschef die Suche nach einem Nachfolger in der Sportgaststätte als nahezu aussichtslos bezeichnet. In dieser schwierigen Zeit, wo immer wieder vom Wirthaussterben die Rede ist, war das keine leichte Aufgabe, die man sich in Oberschweinbach gesteckt hatte. Denn man wollte unbedingt wieder eine Gaststätte am Ort haben. Eine Umnutzung von Küche, Gaststube und Nebenzimmer – die Sportgaststätte ist neben dem Komplex Krippe/Kindergarten und zum Teil unter der Turnhalle angesiedelt – war niemals im Gespräch.

Nicht nur Riepl und der Gemeinderat hatten ihre Fühler ausgestreckt und Kontakte angezapft, auch die VSST-Fußballer hatten sich umgehört. Ohne Erfolg – bis jetzt. Denn nun – wenige Tage vor Beginn des Punktspielbetriebs – wurde man fündig. Und zwar in der Wirtschaft des Nachbarvereins in Oberweikertshofen.

Der neue Mann, der der Günzlhofener Sportgaststätte zu neuem Leben verhelfen soll, heißt Georg Iakovidis. Der 54-Jährige stammt aus einem kleinen Dorf in Griechenland, zog aber schon als Kleinkind mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Essen auf. Dort betrieben seine Eltern ein Lokal und er selbst übernahm mit 21 Jahren auch seine erste eigene Wirtschaft. „Wirt sein ist mein Leben“, sagt er.

Nun hat es den 54-Jährigen nach Günzlhofen verschlagen. Im April soll es offiziell losgehen in seiner neuen Wirkungsstätte. Doch bei zwei Veranstaltungen, die vor der eigentlichen Eröffnung stattfinden, wird er ebenfalls schon bewirten. Beim ersten Heimspiel der VSST-Fußballer am 19. März und bei der Bürgerversammlung zwei Tage später wird er erstmals zeigen können, was er drauf hat. „Wir sind alle froh, dass wir ihn gefunden haben“, so Riepl: „Jetzt muss er nur eine Chance kriegen von den Bürgern und den Vereinen.“ Er sei aber „guten Mutes“.

Dieser Ansicht ist auch der Gemeinderat, was nicht nur das einstimmige Votum pro Iakovidis gezeigt hat. Der Pachtvertrag ist ebenfalls unter Dach und Fach. Die VSST-Bosse wurden zeitnah informiert. „Eine super Nachricht, ich hab mi narrisch gfreit“, so Präsident Michael Staudenmeir: „Wir haben wieder ein Vereinsheim, wir haben wieder eine Heimat.“ Auch er hofft, dass die Bürger den neuen Wirt annehmen, von Seiten des VSST ist für ihn schon mal klar: „Wir sind ja von Haus aus da.“

Iakovidis freut sich schon auf sein neues Lokal. „Es ist noch viel zu tun, aber das wird schon.“ Aufgetischt wird bürgerliche Küche. „Ich habe eine deutsche Köchin“, verrät er. Vielleicht kommen noch ein paar griechische Gerichte dazu, aber da ist sich der 54-Jährige noch nicht sicher. Er selbst bezeichnet sich als „Naturmensch mit einem großen Herzen“. (gog)

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