Gröbenzell bekommt Stolperstein für Holocaust-Opfer

Gröbenzell - Nach langer Diskussion wird in der Bahnhofstraße ein Stolperstein für den Juden Kurt Schröter verlegt.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Michael Schrodi, hatte den Stolperstein bereits zum zweiten Mal beantragt. Im Dezember 2009 hatte der Kulturausschuss diesen jedoch noch abgelehnt. Nun hat das Gremium den erneuten Antrag Schrodi einstimmig gebilligt.

Schröter war ein Gröbenzeller Jude, der im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde. Der Elektrotechnik-Ingenieur, Konzertmeister und Violinlehrer hatte sich 1923 mit Frau und zwei Töchtern in der Bahnhofstraße niedergelassen. Nachdem Schröter 1936 von den Nationalsozialisten Berufverbot erhalten hatte, floh er 1937 nach Amsterdam. Dort wurde er 1943 auf offener Straße verhaftet und im Januar 1944 in die Gaskammern geschickt.

2009 hatte der Stolperstein für Schröter im Sozialausschuss nur einen Befürworter gefunden: Schrodi selbst. Ausschlaggebend für die Ablehnung der Mehrheit war die Stellungnahme der damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. Diese hatte sich strikt gegen diese Form des Erinnerns ausgesprochen. Denn das die Namen der Menschen, die schon einmal unendliches Leid erfahren hatten, sollten nicht mit Füßen getreten werde.

Doch Schrodi betonte damals wie heute, dass andere Vertreter des Zentralrats der Juden das Projekt Stolpersteine unterstützen. Ebenso setzen sich dafür zahlreiche jüdische Gemeinden ein.

Bürgermeister Dieter Rubenbauer (CSU) erläuterte seinen Meinungsumschwung. Im Dezember vor zwei Jahren sei er noch davon ausgegangen, dass in der Bahnhofstraße nicht ein Stolperstein, sondern eine Gedenkstätte an Schröter erinnern soll. Der Gemeinderat hatte jedoch abgelehnt, dass diese Erinnerungsstätte Bestandteil des Architektenwettbewerbs zur Neugestaltung der Bahnhofstraße wird. Mit dem Stolperstein bestehe nun aber die Möglichkeit, relativ rasch ein Gedenken an die Holocaust-Opfer zu dokumentieren.

Doch nicht jeder Gemeinderat war von dem Stolperstein begeistert, Martin Schäfer (UWG) stellte klar, dass man auch in anderer Form gedenken könne. Er stimmte aber trotzdem zu.

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