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Das Kultlokal "Die Hexe" in Gröbenzell.

Neue Ideen für den Erhalt der Gaststätte

Hat das Kultlokal „Die Hexe“ eine Zukunft als Jugendcafé?

Gröbenzell - Die Gröbenzeller wollen sich nicht von ihrer "Hexe" trennen. Bürger sammeln Unterschriften für das Kultlokal, die Grünen haben noch eine andere Idee.

Unterschriftenlisten, Protestaktionen und umfangreiche Diskussionen in den sozialen Netzwerken: Die Schließung des Kultlokals „Die Hexe“ schlägt nicht nur in der Gröbenbachgemeinde hohe Wellen. Nach der Jungen Union fordert nun auch der Ortsverband der Grünen den Erhalt des über die Landkreisgrenzen hinweg bekannten Musiklokals.

Mit einem Bündnis aus Vereinen und Parteien will man dieses Ziel erreichen. Grünen-Ortssprecher Philipp Messner kann sich dafür sogar ein Engagement der politischen Gemeinde vorstellen. Nämlich dann, wenn das Lokal in ein Jugendcafé umgewandelt werden sollte. Denn das, so ist sich Messner sicher, würde den Erhalt des vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebten Treffpunkts langfristig sichern.

Momentan herrscht eine ratlose Stimmung in Gröbenzell

„Es herrscht momentan eine ratlose Stimmung im Ort“, sagt Ortssprecherin Annette Kilian. Sie bekomme viele Anfragen von Leuten, die wissen wollen, wie es mit der „Hexe“ weitergeht. Gerade diese Ratlosigkeit führe zu vielen Gerüchten, aber zu keinen bestätigten Informationen. „Dies heizt die Stimmung weiter an“, findet Messner. Er kann nachvollziehen, dass die bisherigen Betreiber des Lokals, die Brüder Martin und Michael Schäfer, nur einen Pächter wollen, der die Gaststätte in ihrem Sinn weiterführt, bedauert aber, dass sie nur spärlich mit Informationen herausrücken.

Mittlerweile gibt es mindestens drei Personenkreise, die Unterschriften für den Erhalt sammeln. Eine andere Privatperson hat bei der Abschiedsparty am Samstag spontan eine Protestaktion organisiert: Mehrere Jogger zeigten sich extrem luftig bekleidet bei klirrender Kälte vor dem Lokal.

Die Grünen versuchen nun, mit den Initiatoren der Unterschriftenlisten Kontakt aufzunehmen, um zu klären, welche Interessen und Ziele diese genau verfolgen. „Dann sieht man, ob man die Kräfte bündeln kann“, erklärt Messner. „Wir jedenfalls wollen einen langfristigen Erhalt der Hexe inklusive des Biergartens erreichen, um so einen wichtigen Anlaufpunkt in der Gemeinde zu sichern.“ Schließlich sei „Die Hexe“, was die Preise und das Angebot betrifft, im Landkreis einzigartig.

Messner und Kilian wollen nun Gespräche mit Vereinen und Parteien führen, um gemeinsame Ideen zu sammeln, wie die Betreiber bei ihrem Wunsch, die Hexe in ihrer jetzigen Form zu erhalten, unterstützt werden können. Von einzelnen Parteien habe es bereits positive Rückmeldungen gegeben.

Jugendliche sollen das Lokal als Jugendcafé betreiben

Vielleicht kommt Messner dann doch seinem persönlichen Traum einen Schritt näher: dass die Gemeinde das Gebäude erwirbt und das Lokal von Jugendlichen als Jugendcafé betreiben lässt. Denn damit wäre der Verkauf an einen privaten Investor, der das geschichtsträchtige Haus möglicherweise abreißt, endgültig vom Tisch, betont der Ortssprecher der Grünen.

Die Idee, im Ort ein Jugendcafé zu eröffnen, ist nicht neu. 2009 hatten Jugendliche sogar einen Verein gegründet, um das Projekt voranzutreiben. Doch die Standortsuche gestaltete sich schwierig. Als die Gemeinde 2012 endlich die passenden Räume gefunden hatte, gab es nicht mehr genügend Jugendliche, die sich engagieren wollten. Seitdem liegt das Projekt auf Eis.

Stefan Weinzierl

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