SPD-Ortsverband Gröbenzell 

70 Jahre SPD: Die Geschichte der Genossen

Der Ortsverband der SPD feiert sein 70-jähriges Bestehen. Doch eigentlich ist die Sozialdemokratie in Gröbenzell noch älter. Schon bevor es die Gemeinde offiziell gab (1952), waren Genossen aktiv. SPD-Mann der ersten Stunde war aber kein Arbeiter, sondern ein Unternehmer.

Gröbenzell – 1947, vor genau 70 Jahren hat sich der Ortsverband der SPD in Gröbenzell gegründet. Das feiern die Gröbenzeller Sozialdemokraten am Sonntag, 21. Mai, im Saal des Bürgerhauses.

Mathias Lanzinger

Einer der ersten Genossen in der Gemeinde war der Bauunternehmer Alois Böhmer. 1919 saß er für die SPD im Olchinger Gemeinderat. Die Siedlung Gröbenzell gehörte damals teilweise zu Olching. Daher waren die Gröbenzeller Sozialdemokraten auch Mitglied bei der Olchinger SPD. 1929 hoben sie einen eigenen Ortsverein aus der Taufe.

1933 verboten die Nazis die Partei. Damals saßen vier Gröbenzeller Genossen im Olchinger Gemeinderat. Ab Februar 1933, nach dem Reichstagsbrand, verfolgten die Nazis die SPD-Mitglieder. Sie verhafteten auch drei Gröbenzeller. Einer davon war Josef Schäflein. Er wurde schwer misshandelt. Wenig später mussten die SPD-Gemeinderäte das Olchinger Gremium verlassen.

Alois Böhmer

Nach Ende des Krieges errungen die Gröbenzeller Sozialdemokraten bei den ersten Wahlen 1946 drei Sitze im neuen Gemeinde-Parlament. Das politische Engagement der Gröbenzeller war damals aber gering. Die Bürger waren mit dem Kampf ums nackte Überleben beschäftigt, wie es in einer SPD-Chronik heißt. Lebensmittel und Heizmaterial fehlten. Es mangelte auch an Wohnraum. In den damals etwa 600 Häusern in der Kommune lebten neben den Einheimischen rund 800 Heimatvertriebene, vor allem Schlesier und Sudetendeutsche. Auf ihre Initiative geht die Gründung des Gröbenzeller SPD-Ortsverbandes zurück. Am 12. April 1947 kamen sie dafür im Grünen Baum zusammen. Zu ihrem Vorsitzenden bestimmten sie den Zimmermann Mathias Lanzinger, damals 59 Jahre alt und seit 1921 in Gröbenzell ansässig.

Als Gröbenzell 1952 zu einer eigenständigen Gemeinde wurde, zogen drei Sozialdemokraten in den 16-köpfigen Gemeinderat ein. Zudem wählten die Gröbenzeller den Genossen Bernhard Rößner zum ersten Bürgermeister. Rößner hatte bereits vor dem Krieg in Olching für die SPD im Gemeinderat mitgearbeitet. Laut einem Buch von Kurt Lehnstaedt („Gröbenzell in den Jahren 1933 bis 1945“) trat Rößner 1940 in die NSDAP ein und 1941 wieder aus. In seiner Amtszeit als Bürgermeister kehrte er aufgrund innerparteilicher Querelen seiner Partei den Rücken. (sus)

Die 70-Jahr-Feier

findet am Sonntag, 21. Mai, im Saal des Bürgerhauses statt. Um 16 Uhr wird Ludwig Hoegner, der Urenkel des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner, aus Werken seines Urgroßvaters lesen.

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