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Antrag der Grünen

Ackergift soll auf Gemeindegrund tabu sein

In der Gröbenbachgemeinde sollen künftig deutlich weniger Ackergifte versprüht werden. 

Gröbenzell – Das fordert Umweltreferentin Monika Baumann (Grüne) und hat beantragt, dass es Landwirten untersagt werden soll, auf von der Gemeinde angepachteten Flächen Totalherbizide wie Glyphosat oder hochwirksame Insektengifte wie Neonikotinoide anzuwenden. Zudem sollen die Landwirte verpflichtet werden, entlang der Ackerflächen Blühstreifen anzulegen. Im Gemeinderat stieß dieser Antrag jetzt auf große Zustimmung.

Die Gemeindeverwaltung wurde aufgefordert, die Umsetzung zu prüfen. Denn wie Monika Baumann ihren Gremiumskollegen vor Augen führte, sei die Zahl der Insekten in den vergangen Jahren dramatisch zurückgegangen. Diese dienten nicht nur als Nahrung für Vögel, sondern seien auch für die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen von größter Bedeutung.

Zu den Hauptursachen des Insektensterbens zählt laut Monika Baumann die Intensivlandwirtschaft, die kaum noch unbewirtschaftete Feldränder zulasse. Zudem würden die Tiere durch den Einsatz von Mitteln wie Glyphosat oder Insektengiften geschädigt oder gar ausgerottet.

Cordula Braun (UWG) war sichtlich begeistert von dem Antrag und betonte, es gehe darum, ein Zeichen zu setzen. Betroffen wären von der Neuregelung allerdings nur wenige Flächen. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) sprach von zwei bis drei. „Dies wäre also ein kleiner Tropfen im Ozean des Bienensterbens“, fasste Brigitte Böttger zusammen.

Auch Reinhard Paesler (CSU) begrüßte den Antrag, wünschte sich aber, dass auch Eigentümer von Privatgärten darauf hingewiesen werden, „auf den massenhaften Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln zu verzichten“. Und Klaus Coy (FDP) machte klar, dass auch auf Ersatzstoffe von Glyphosat verzichtet werden müsse.

Gegner des Ackergifts hoffen nun, dass Monika Baumanns Antrag nicht in einer Schublade verschwindet. Ihre Parteifreundin, die verstorbene Gemeinderätin Sabine Gramer-Muck, hatte nämlich bereits 2011 die Aussaat von Blühwiesensamen auf gemeindlichen Flächen beantragt. Eine Forderung, die damals auch eine Mehrheit im Gemeinderat fand. Mittlerweile blüht es auch auf so mancher Fläche. Doch bis die ersten Samen verstreut wurden, vergingen Jahre. (sus)

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