In Gröbenzell

Annahmestopp für größten Bücherflohmarkt

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Das ist ein neuer Rekord: In nur vier Tagen wurden über 2000 Kisten für den Gröbenzeller Bücherflohmarkt abgegeben. Die Organisatoren mussten am Freitag einen Annahmestopp verhängen. Nun können ausgerechnet am Samstag, an dem viele frei haben, keine Spenden mehr angeliefert werden.

Gröbenzell – Die Zahlen sprechen für sich: Würde man alle Kisten aufeinander stapeln, würde der Turm sogar das Empire State Building in New York, das mit 400 Metern zu den größten Gebäuden der Welt zählt, überragen. „Es ist unglaublich, wie viele Bücher wir kriegen“, sagt Renate Müller, die den Gröbenzeller Bücherflohmarkt derzeit hauptverantwortlich organisiert. Seit fast 20 Jahren ist sie mittlerweile dabei, einen solchen Andrang hat die 69-Jährige aber noch nie erlebt. Die Lagerräume seien brechend voll, die Kapazitäten am Ende. Am Freitag, nach vier Tagen, wurde nun ein Annahmestopp für Samstag verhängt. Müller bedauert das sehr. Ihr ist bewusst, dass an diesem Tag vor allem Berufstätige, die unter der Woche vormittags keine Zeit hatten, gerne ihre Spenden abgegeben hätten. „Aber wir wissen einfach nicht mehr, wohin damit.“

Dabei hat der Verein „Gröbenzell hilft“ mittlerweile quasi ein kleines, ehrenamtliches Logistikunternehmen aufgebaut, um den seit Jahren zunehmenden Bücherspenden Herr zu werden. Im Bürgerhaus der Gemeinde gab es nämlich auch schon einmal einen Annahmestopp, allerdings waren da die Lagerflächen deutlich überschaubarer. Die Räume der Gemeinde standen heuer aufgrund des Rathausneubaus zum ersten Mal nicht zur Verfügung. „Wir hätten den Flohmarkt ausfallen lassen müssen, hätten wir keine Alternative gefunden“, erklärt Müller. Die Familie Fahr habe ihnen die Kellerräume unter dem Dänischen Bettenlager vermietet. Damit hat sich der Platz im Vergleich zu den Räumen im Bürgerhaus verzehnfacht. Die Organisation drum herum ist hochprofessionell.

Jetzt beginnt die Sortierarbeit

Ein Einweiser dirigierte die Autofahrer in der Oppelner Straße hinter dem Bettenlager. Das ist auch dringend notwendig. Stichwort: Staugefahr. „Die Autos sind zum Teil bis zur Zillerhof-Straße gestanden“, sagt Müller. Das ist eine der Hauptverkehrsadern von Gröbenzell. An der Anlieferzone standen zwölf kräftige Männer parat, die die schweren Kisten aus den Autos holten. Danach ging es aber erst richtig los: Alle Bücher, CDs und DVDs mussten noch sortiert und im Lager verstaut werden. Im Keller standen dafür 15 Packerinnen parat. Lexika und der Brockhaus flogen übrigens sofort raus. „Die gehen leider überhaupt nicht“, verrät Organisatorin Müller. Der Renner seien hingegen immer wieder Krimis.

Die Veranstalter betonen, dass ihr Flohmarkt in dieser Form einzigartig in Deutschland ist, weil sehr gut sortiert. Dafür stehen um die hundert Ehrenamtlichen bereit, in diesem Jahr helfen auch Schüler des Gymnasiums.

Renate Müller vermutet sogar, dass sie und ihr Team mit bis zu 90 000 Exemplaren den größten Bücherflohmarkt der Nation auf die Beine stellen. Das spreche sich herum und entsprechend groß sei der Ansturm. Nun sei aber die Grenze erreicht. „Wir werden uns nicht weiter vergrößern“, erklärt Müller. Mehr Bücher würden auch die Kapazitäten der Verkaufsfläche in der Wildmooshalle sprengen. 

Der Flohmarkt findet am 9. und 10. März statt. Die – ebenfalls rekordverdächtigen – Einnahmen von Zehntausenden Euros werden gespendet.

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