Die Kosten brachten viel Kritik ein: das Rathaus in Gröbenzell wird gerade neu gebaut.
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Die Kosten brachten viel Kritik ein: das Rathaus in Gröbenzell wird gerade neu gebaut.

Gröbenzell

Arbeitsunfall und Corona verzögern Umzug ins neue Rathaus

Geplant war, dass die Rathaus-Mitarbeiter Ende Mai aus der Interimsunterkunft an der Danziger Straße in den Neubau an der Rathausstraße ziehen. Doch daraus wird nichts. „Ich gehe davon aus, dass wir den Termin nicht halten können“, sagte Bauamtsleiter Markus Groß im Gemeinderat. Eine Prognose wollte er noch nicht abgeben.

Gröbenzell - Corona und ein Arbeitsunfall haben der Gemeinde einen Strich durch die Planung gemacht. Die Firma, die mit dem Einbau der Lüftung beauftragt war, war nicht auf der Baustelle erschienen. Der Bauleiter der Firma hatte sich verletzt und es gab keinen Ersatz: Andere Mitarbeiter standen wegen Corona unter Quarantäne. Der Vertrag mit der Firma wurde gekündigt.

Nun wird ein anderes Unternehmen, das bereits im Rathaus tätig war, ab kommendem Montag die Arbeiten übernehmen. Die Verzögerung wirkt sich wiederum auf andere Gewerke aus. Groß geht davon aus, dass man nach jetzigem Stand fünf Wochen verloren hat.

Sollte das Rathaus dann aber bezogen sein, wünscht sich Brigitte Böttger (CSU), dass dieses für die Bürger so offen wie möglich ist. Immerhin hätten diese dafür Steuern bezahlt. Böttger hatte daher beantragt, nicht nur den Mitarbeitern im Rathaus und Hochzeitspaaren mit Familien im Rahmen von Trauungen, sondern allen Bürgern den „herrlichen Blick auf Gröbenzell“ von der Terrasse aus zu ermöglichen. Möglich sein sollte dies laut Böttger jeweils am Freitagvormittag zu Marktzeiten und Donnerstagsabend bei Sitzungen beziehungsweise am Nachmittag bis zum Dienstschluss um 18.30 Uhr. Da die Treppe in der Mitte des Gebäudes liege, müssten die Bürger nicht an den Büros vorbeilaufen, die Mitarbeiter würden also nicht gestört.

Eine Idee, die bei dem Sozialdemokraten Peter Falk auf positive Resonanz stieß, denn wie er wusste, ist auch das Münchner Rathaus ein offenes Haus. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) aber hatte Bedenken. In öffentlichen Gebäuden wie dem Bürgerhaus und Freizeitheim käme es immer wieder zu Vandalismus. Er schlug vor, die Öffnung zunächst einmal im Monat zu testen.

Bauamtsleiter Groß fügte hinzu: Den Freitag könne er sich vorstellen, den Donnerstagabend eher nicht. Denn der eine der beiden Zugänge zur Dachterrasse über das Treppenhaus sei von außen nicht einsehbar. Er würde aber den Zugang vom Sitzungssaal öffnen. Schäfer blieb skeptisch: „Ich weiß nicht, ob wir aus dem Sitzungssaal so schnell da sind, wenn eine Flasche fliegt.“

Und Cornelia Aicher-Leonbacher (FWG) wusste, was in einem offenen Haus passieren kann. Die Schule in Pasing, in der sie tätig ist, ist nämlich ein solches und darin habe es sogar schon einmal gebrannt. Doch die Mehrheit des Gremiums sprach sich für Böttgers Antrag aus. sus

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