Debatte bleibt hitzig

Asyl in Gröbenzell: Landratsamt wieder abgeblitzt

Gröbenzell –  In der Debatte um die Flüchtlingsunterkunft auf dem Zweigstraßen-Areal kritisiert Vizebürgermeister Martin Runge die Unterlagen.

Im Streit zwischen dem Landratsamt und der Gemeinde um die Bereitstellung von Unterkünften für Asylsuchende ist keine Entspannung in Sicht. Der Bauausschuss hat jetzt auch dem dritten Antrag des Landratsamtes, entsprechende Unterkünfte einzurichten, eine Absage erteilt.

Diesmal ging es um das von der Behörde favorisierte gemeindliche Grundstück an der Kreuzung Augsburger-/Zweigstraße. Dort soll ein zweigeschossiger Bau in L-Form entstehen. Der Ausschuss lehnte den Antrag auf Vorbescheid mit der Begründung ab, die Unterlagen seien unzureichend. Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) bezeichnete die eingereichten Unterlagen als „spärlich“. Er sei nur bereit, sich mit ernst gemeinten Anträgen auseinanderzusetzen. „Das ist der Antrag nicht.“

Runge bemängelte zum Beispiel, dass keine genauen Angaben über die zeitlich befristete Nutzung gemacht werden. Es fehlten zudem Aussagen zur tatsächlichen Geschossfläche und den Ausmaßen des Gebäudes, zur Erschließung und zu den im Bebauungsplan als schützenswert festgesetzten Bäumen.

Die Ablehnung des Antrags fiel einstimmig aus. Markus Rainer (Grüne) stellte klar, dass Flüchtlingsunterkünfte nicht generell abgelehnt würden. Wenn man diese bereit stellt, müsste aber die Integration der Asylsuchenden gewährleistet sei. Runges Appell ans Landratsamt lautete daher: „Bitte reicht einen gescheiten Antrag ein, dann können wir darüber reden.“ Die Mehrheit der Ratsmitglieder hat bereits Bereitschaft für eine Unterkunft mit 70 Flüchtlingen auf dem Grundstück Zweigstraße signalisiert.

Kritik übte Rainer am Widerstand einiger Bürger an geplanten Standorten für Flüchtlingsheime. Anwohner des Züblingeländes sowie aus der Zweig- und Augsburger Straße haben bereits gegen mögliche Unterkünfte in ihrer Nachbarschaft protestiert. Anwohner des Züblingeländes fürchten um ihre Sicherheit, Anwohner der Zweigstraße monieren, dass ihnen das geplante Gebäude Licht und Sonne nehmen würde. Auch Thomas Breitenfellner (CSU) äußerte Bedenken zum Standort Zweigstraße. Rund um das Grundstück sei die Bebauung sehr dicht. Zudem müssten dann erhaltenswerte Bäume gefällt werden.  

sus

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