Gröbenzell

Asyl: Weiterhin Tauziehen um Unterkunft in der Zweigstraße

Gröbenzell – Der Bau einer Asylunterkunft in der Zweigstraße rückt näher. Das Landratsamt hat ein Angebot von Bürgermeister Martin Schäfer abgelehnt. Denn dabei handele es sich nicht um ein wirkliches Angebot.

Eine Genehmigung für eine zweigeschossige Containeranlage für etwa 64 Asylbewerber liegt bereits vor. Der Gemeinderat hat aber erst vor wenigen Wochen noch einmal klargestellt: Man steht zum Gröbenzeller Weg sprich kleinere, überschaubare Unterkünfte sind großen Sammelunterkünften vorzuziehen. Zudem wünscht sich der Gemeinderat feste Bauten, keine Container.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) hatte die Hoffnung gehabt, den Bau in der Zweigstraße überflüssig machen zu können. Denn in Gröbenzell leben derzeit rund 100 Flüchtlinge, 60 davon sind anerkannt. Doch diese 60 leben nach wie vor in den Asylheimen. Er hat dem Landratsamt angeboten, für diese 60 anerkannten Flüchtlinge Wohnungen zu beschaffen, sodass die 60 Plätze in den Unterkünften frei werden. Damit würde sich eine neue Anlange in der Zweigstraße erübrigen. Doch das Landratsamt hat dieses Angebot abgelehnt. Das wurde nun im Gemeinderat bekannt.

Denn wie die Sprecherin des Landratsamtes, Ines Roellecke, erläutert, bietet Schäfer „etwas an, was er sowieso tun müsste“. Schließlich seien die Kommunen, nicht nur Gröbenzell, dazu verpflichtet, anerkannten Asylbewerbern, die selber keine Wohnung finden, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das die anerkannten Flüchtlinge in den Unterkünften bleiben dürften sei ein großzügiges Entgegenkommen der Regierung von Oberbayern, so Roellecke.

Es wird also weiter verhandelt werden müssen. Denn die Baugenehmigung für die zweigeschossige Containeranlage in der Zweigstraße hält das Landratsamt zwar in Händen, doch Eigentümer des Grundstücks ist die Gemeinde. Pachtdauer und Pachtzins müssen also ausgehandelt werden. Der Gemeinderat hatte den Bürgermeister zudem bereits vor Wochen damit beauftragt, mit dem Landratsamt darüber zu verhandeln, dass dort statt Containern feste Bauten errichtet werden.

In Gröbenzell käme aber auch ein weiteres gemeindliches Grundstück für den Bau von Asylunterkünften in Betracht: das Areal an der Lena-Christ-Straße auf dem einstigen Züblingelände. Zwar diskutiert der Gemeinderat bereits seit Wochen Möglichkeiten, dieses mit bezahlbaren Wohnungen zu bebauen. Doch der Bürgermeister machte nun klar, dass ein weiteres Projekt nicht zu meistern sei, „Wir schaffen es nicht.“ Derzeit werden unter anderem bereits der Neubau des Rathauses und eine neue Bebauung der westlichen Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Angerstraße geplant. Gleichzeitig wird die Ährenfeldschule zur Ganztagsschule erweitert und der Außenbereich der Gröbenbachschule umgestaltet. Zudem soll die Kirchenstraße überplant werden. Die Projekte seien also bereits jetzt zahlreich.  (sus)

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