Serie: Teams und ihre Künstlernamen

Aus Hornissen werden Banditen

Knapp 30 000 Menschen in Deutschland spielen Baseball. Genau 101 davon bei den Gröbenzell Bandits. Die 1989 gegründete Sportclub-Abteilung ist die einzige Bastion dieser US-Sport-Domäne im Landkreis. 

Gröbenzell Damals trugen die noch den Beinamen Blue Caps (Blaukappen). 2003 fusionierte Gröbenzell mit den damaligen Lokalrivalen, den Puchheim Hornets (Hornissen). Da es in Puchheim allerdings ein Platzproblem gab, machten die Nachbarn fortan gemeinsame Sache – als Gröbenzell Bandits.

„Das Zugpferd war damals der Platz in Gröbenzell“, weiß Spielertrainer Christian Matern aus Erzählungen. Ein neuer Name musste gefunden, weil damals keiner den Beinamen des anderen annehmen wollte.

Aktuell spielen die Bandits in der Bayernliga. „Wir wollen versuchen, die Aufstiegs-Play-Offs für die 2. Bundesliga zu erreichen“, sagt Matern. Der 28-Jährige, der seit 14 Jahren Baseball in Gröbenzell spielt, geht bereits in seine vierte Saison als verantwortlicher Übungsleiter. Sofern nicht doch noch ein reiner Trainer gefunden wird. Diesbezüglich stehe man in Kontakt mit einem US-College, um einen Coach aus dem Mutterland des Baseballs nach Gröbenzell zu locken. Kommt ein Coach aus Übersee, würde Matern freiwillig ins zweite Glied zurücktreten und nur noch Spieler sein. Dann würde sich aber auch die Sprache auf und neben dem Platz vermutlich ändern. „Aktuell ist die Sprache auf dem Platz Deutsch.“

Am 22. April starten die Gröbenzeller mit einem Auswärtsspiel bei den München Caribes II in die Saison. Die weiteren Gegner in der Bayernliga Süd kommen aus Schwaig (Red Lions), Rosenheim (89ers) und Augsburg (Gators). Während in der US-Profi-Liga 50 000 und mehr Zuschauer die Spiele verfolgen, geht es im Bandits-Baseball-Park von Gröbenzell eher gemütlicher zu.

Für Baseball-Unkundige liegt ein Regelbuch auf der Tribüne parat. Aber fachkundige Zuschauer erklären auch gerne die Spielsituation, so Matern. Da immer gleich zwei Spiele hintereinander gespielt werden, kann so ein Tag am Baseballplatz schon mal bis zu sechs Stunden dauern. Zum Hauptverein und auch zu den benachbarten SC-Fußballern haben die Bandits, so Matern, ein „gutes Verhältnis“. Finanziell arbeitet die Baseball-Abteilung unabhängig vom Hauptverein des Sportclubs. dirk schiffner

Die Tagblatt-Serie

befasst sich mit tierischen oder anderen Kosenamen, die Teams zur Namensschmückung verwenden. Zum Abschluss lesen Sie demnächst, warum ein Brucker Traditionsverein seinen Künstlernamen wieder abgelegt hat.

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