Martin Runge: „Die Autofahrer brettern durch die Straße.“

Varianten vorgestellt

Ausbau der Friedenstraße kostet über eine Million Euro

Die Gröbenzeller Friedenstraße soll im kommenden Jahr ausgebaut werden. Das bedeutet für die Anwohner nicht nur Lärm und Dreck während der Bauzeit, sondern auch Kosten. Über eine Million Euro soll das Vorhaben kosten – was so manchen Gemeinderat erschreckte.

Gröbenzell – Die Frieden-straße ist eine Anliegerstraße. Das bedeutet, dass die Anwohner 75 Prozent der Ausbaukosten tragen müssen. Aber auch die Gemeinde wird kräftig zur Kasse gebeten werden. Denn ihr gehören Flächen an der Straße: der Friedhof und ein Spielplatz.

Im Gemeinderat wurden nun vier Ausbau-Möglichkeiten für die 280 Meter lange Straße vorgestellt. Je nach Variante fallen zwischen 1,27 und 1,33 Millionen Euro an, so erste Prognosen. Das erschreckte so manchen Gemeinderat. Denn der Ausbau der Herbststraße, die 570 Meter lang ist, hat nur 940 000 Euro gekostet. Daran erinnerte Johann Böhmer (FWG). Er zweifelte zudem – zur großen Freude der anwesenden Anlieger – die Notwendigkeit des Ausbaus an. „Ich habe nicht den Eindruck, dass der Zustand der Straße so schlecht ist“, betonte er.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) aber stellte klar: Herbst- und Friedenstraße seien nicht vergleichbar. Denn die Herbststraße habe keinerlei Gehwege, die Friedenstraße schon – und zwar auf beiden Seiten. Das führe natürlich zu mehr Kosten.

Vier Ausbauvarianten wurden den Gemeinderäten vorgestellt, wie die Friedenstraße in Zukunft aussehen könnte. Drei Varianten sehen weiterhin eine acht Meter breite Fahrbahn vor. Wobei die Straße vor dem Kindergarten aber verengt wird. Bei einer Variante beträgt die Breite der Fahrbahn in Zukunft lediglich sechs Meter.

Unterschiede gibt es vor allem bei der Anzahl der Parkplätze. Das ist von großer Bedeutung, denn zahlreiche Friedhofbesucher kommen mit dem Auto. Derzeit können 81 Pkw auf der Straße abgestellt werden – teils längs, vor dem Friedhof und dem Spielplatz und auf senkrechten Parkplätzen. Die Ausbauvorschläge sehen lediglich zwischen 51 und 73 Parkplätzen vor, ebenfalls teils Senkrecht- teils Längsparkplätze.

Zur Gestaltung sollen Teilbereiche gepflastert werden. Das stieß bei Peter Falk (SPD) auf wenig Begeisterung. „Davon geht Lärm aus“, warnte er.

Brigitte Böttger (CSU) lag vor allem die Sicherheit der Kindergartenkinder am Herzen. Sie wünschte sich, dass die Kleinen davor geschützt werden, auf die Straße zu rennen. Aber auch die Zahl der Parkplätze und der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder waren ihr ein Anliegen.

Marianne Kaunzinger (UWG) konnte sich an der Straße entlang einen Radweg vorstellen. Doch ein solcher würde die Zahl der Parkplätze reduzieren, warnte der Planer. Zu einem Parkplatzproblem würde es laut Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) auch führen, die Radler in der Mitte der Straße auf einem eigenen Weg fahren zu lassen. Das hatte Monika Baumann (Grüne) vorgeschlagen.

Martin Runge (Grüne) befürchtete, da mehrere Varian-ten Verengungen in der Straße vorsehen, dass die Radler an den Rand gedrängt werden. Denn die Friedenstraße werde nicht nur von den Anliegern genutzt, sondern auch als Ausweichroute bei Stau auf der Olchinger Straße. „Und diese Autofahrer brettern durch die Straße“, sagte er.

Entschieden, wie die Straße künftig aussehen soll, hat der Gemeinderat noch nicht. Zunächst einmal haben die Anlieger das Wort. Noch vor den Sommerferien sollen ihnen alle Varianten vorgestellt werden. Der Gemeinderat wird anschließend entscheiden. Im Frühjahr kommenden Jahres kann dann der Ausbau beginnen. (sus)

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