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Baumfrevel im Biergarten: Ersatz für Silberahorn gefordert

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Es geht um den hinteren Baum: Durch falschen Zuschnitt soll er abgestorben sein.
Es geht um den hinteren Baum: Durch falschen Zuschnitt soll er abgestorben sein. © mm

Ein 15 Meter hoher Silberahorn in einem Gröbenzeller Biergarten war nicht mehr zu retten, er musste gefällt werden. Offenbar war ihm davor allerdings ziemlich zugesetzt worden. Nun muss der Wirt drei Kastanien pflanzen, was noch nicht passiert ist.

Gröbenzell – „Der Baum fehlt“, klagt Umweltreferentin Larissa Holmer (UWG). Sie meint damit den Silber-Ahorn in einem Biergarten an der Olchinger Straße. Dieser wurde kürzlich gefällt. Die Sache sorgt für einigen Unmut.

Dass der 15 Meter hohe Baum gefällt wurde, war grundsätzlich legitim. Der Bauausschuss hatte das im April diesen Jahres gebilligt. Denn laut Antragsteller bestand die Gefahr von herabfallenden Ästen im Biergartenbereich. Im gesamten Stammbereich sei es zu fortschreitender Fäule, Morschungen und einem Befall mit holzzersetzenden Pilzen gekommen. Auch die Rathausverwaltung war zu der Auffassung gekommen, dass der Baum „nicht mehr bruch- und verkehrssicher ist“. Und dass die Verkehrssicherheit sich durch pflegende Maßnahmen auch nicht mehr herstellen lasse.

Unsachgemäß gekappt

Offenbar wurde im Arbeitspapier zur der Bauausschusssitzung aber genauso, dass der Baum in den vergangenen Jahren nicht gut behandelt wurde. „Er wurde in der Vergangenheit nach Astausbrüchen mehrmals unsachgemäß gekappt“, wurde den Mitgliedern des Bauausschusses im Arbeitspapier mitgeteilt. Vor Jahren hatte die Gemeinde daher wegen „unsachgemäßer Schnittmaßnahmen“ einen Ordnungswidrigkeitsbescheid erlassen.

Hierin hieß es, „dass die Kappungen das Absterben des Baumes herbeiführen werden“. Laut den Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Landschaftsbau und -entwicklung ist eine Kappung von Bäumen keine Baumpflege, sondern eine zerstörende Maßnahme.

Dies hat sich nun bewahrheitet. An Stammfuß, Stammkopf und in der Krone des Baums seien gravierende Schäden zu sehen, die auf „massive Fäule“ schließen lassen, hieß es im Arbeitspapier zur Bauausschusssitzung im April weiter.

Der gefällte Baum muss aber ersetzt werden und dies nicht durch einen, sondern gleich drei neue Bäume. Dem Eigentümer wurde nämlich auferlegt, drei größere Kastanien zu pflanzen. Das geht aus dem Protokoll der Bauausschusssitzung vom April hervor.

Noch stehen die neuen Bäume jedoch nicht. Ein Mitarbeiter der Gaststätte versicherte aber gegenüber dem Tagblatt, dass die Pflanzung geplant sei. Es sei lediglich kein richtiger Platz gefunden worden. Der Wirt war nicht erreichbar. (sus)

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