Baurecht an der Bahnstrecke: Gemeinde stellt Plan neu auf

Gröbenzell – Der Bebauungsplan für das Areal zwischen der Bahnlinie München/Augsburg, der Bahnhof-, Schubert- und Gröbenbach- beziehungsweise Dianastraße ist immer wieder kritisiert worden. Nun soll der Plan neu aufgestellt werden. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Der ursprüngliche Plan stammt aus dem Jahr 1989. 2011 waren wesentliche Änderungen vorgenommen worden – gegen die Stimmen der Grünen und der SPD-Fraktion. Darin enthaltene Festsetzungen waren teilweise nicht nur nicht zielführend und umsetzbar, sondern auch falsch, hieß es nun im Gemeinderat.

So sieht der Plan einen Bereich der Gröbenbachstraße als Geh- und Radweg vor. Das ist aber nicht umsetzbar, denn eine Alternative für den Autoverkehr ist dort nicht gegeben. Ein Grundstück in dem Areal hatte zudem nach der Änderung des Plans 2011 gar keine Zufahrt mehr. Gedacht war ursprünglich, das mit einem Doppelhaus mit drei Wohnungen bebaute Grundstück über einen noch anzulegenden Stichweg von der Gröbenbachstraße gegenüber der Dianastraße zu erschließen. Doch dieser Stichweg war bei der Änderung 2011 um einige wenige Meter von dem Areal weg verlegt worden, sodass das Grundstück nicht mehr angebunden ist. Die jetzige Zufahrt über einen rund 100 Meter langen privaten Weg soll aber nur solange zulässig sein, bis der neue Stichweg zur Verfügung steht. Hier muss eine Lösung gefunden werden.

Nicht nachvollziehbar ist auch, dass der Plan für ein Grundstück, für das ein Baurecht von 690 Quadratmetern festgelegt wurde, keine Tiefgarage vorsieht. Dies mache angesichts der Herstellungskosten und der sehr hohen Grundwasserstände wenig Sinn, hieß es 2011.

Ein weiteres Problem: Teile des Areals, die an die Bahnhofstraße angrenzen, sind als Kerngebiet ausgewiesen. Das soll nun geändert werden. Denn dieses Kerngebiet war von Grünen und SPD in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden. Jüngst hatte diese Ausweisung auch das Landratsamt moniert. Das Kerngebiet könnte der Gemeinde jetzt auch Probleme bringen. Denn in einem solchen sind nicht nur Tankstellen, sondern auch Wettbüros erlaubt. Und ein Wettbüro wollte jemand in dem Haus Bahnhofstraße 4 einrichten. Aber das Gremium hatte den Antrag wegen unzureichend vorgelegter Unterlagen abgelehnt.

Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes war es noch zu einer weiteren Merkwürdigkeit gekommen: Nach der Teilung eines Grundstücks hatten die einzelnen Flächen insgesamt rund 300 Quadratmeter mehr Baurecht erhalten als zuvor. Für ein weiteres Grundstück wuchs das Baurecht von ursprünglich 295 auf 490 Quadratmeter.

Diese Mehrungen waren für die Gemeinderäte nicht nachvollziehbar. Denn die Systematik war verändert worden. Statt Zonen, in denen eine Geschossflächenzahl (GFZ) festgesetzt ist, wurde die Geschossfläche je Grundstück in absoluten Quadratmeterzahlen angegeben, wobei die Grundstücksgrößen aber nicht zu erkennen waren. Von den Baurechtsmehrungen hatten die Gemeinderäte damals nichts erfahren. Auch nichts von der Stellungnahme des Landratsamtes dazu. Dieses hatte festgestellt, dass die GFZ-Festsetzung teilweise nicht nachvollziehbar ist. Die Behörde hatte empfohlen, das zu überprüfen. (sus)

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