„Wir begeben uns auf Neuland“

Baurecht: Gröbenzell krempelt Pläne um

Die Gemeinde Gröbenzell will nach und nach sämtliche Bebauungspläne überarbeiten. Nun lag dem Bauausschuss ein Vorentwurf vor, welcher der Prototyp für alle anderen Pläne werden könnte.

Gröbenzell– Dabei handelt es sich um den Bebauungsplan Nummer 11. Er umfasst das Gebiet Von-Koch-, Dianastraße, Loferweg mit nördlichen Grundstücken und der Bahnlinie München/Augsburg. Beschlossen wurde aber noch nichts, die Fraktionen werden den Plan erst genau unter die Lupe nehmen.

„Wir begeben uns auf Neuland“, betonte Planungsreferent Michael Leonbacher (FWG). Sein Fraktionskollege Johann Böhmer wünschte sich ausreichend Zeit zur Prüfung des Entwurfs, denn „bekanntlich steckt der Teufel im Detail“. Zumal, wie Franz Eichiner (SPD) kritisierte, die textlichen Erläuterungen zu dem Bebauungsplan im Arbeitspapier so klein gedruckt waren, dass sie selbst mit Lupe nicht lesbar sind. Zudem sind einige Änderungen gegenüber der bisherigen Vorgehensweise vorgesehen.

Vizebürgermeister und Leiter des Bauausschusses Martin Runge (Grüne) erläuterte, wie der Bebauungsplan aussehen könnte. So soll aus dem bisherigen reinen Wohngebiet ein allgemeines Wohngebiet werden. Dies hätte zur Konsequenz, dass das Areal nicht mehr ausschließlich, sondern vorwiegend dem Wohnen dient, sprich, dass auch andere Nutzungen zulässig sind. Wegen der Nähe zur S-Bahn sollen demnach Geschäfte, Gastwirtschaften, nicht störende Handwerksbetriebe und Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke erlaubt sein.

Durch einheitlich von der Straße gezogene Baugrenzen sollen Vorgärten vorgesehen werden. Vollversiegelung in den vorderen Grundstücksteilen soll verhindert werden. Zudem soll der Durchblick in die hinteren Grundstücksteilemöglich sein. Zufahrten dürfen insgesamt höchstens 50 Prozent der Grundstücksbreite ausmachen.

Neu ist, dass in Zukunft nicht mehr die Geschossflächenzahl (GFZ) und die Geschossfläche (GF) das Maß der baulichen Nutzung bestimmen sollen, sondern eine festgesetzte Grundfläche (GR) kombiniert mit Wand- und Firsthöhe. Je nach Anzahl der Vollgeschosse, in dem Areal sollen zwei zugelassen werden, variieren die Festsetzungen zu Grundfläche und Wand- und Firsthöhe. Bei Gebäuden mit zwei Vollgeschossen würde die Grundfläche auf zwei Drittel der Grundfläche, die bei einem eingeschossigen Bau zulässig wäre, festgesetzt. So könnte die Benachteiligung mehrgeschossiger gegenüber eingeschossiger Bauweise ausgehebelt werden, erläuterte Runge. Eine Tabelle soll für jedes Grundstück aufzeigen, was darauf zulässig ist. (sus)

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