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Gröbenzell

Angst vor Tankstelle: Anwohner laufen Sturm gegen Neueinstufung von Wohngebiet

 Die Gröbenhüter laden für heute, Dienstag, zu einer Informationsveranstaltung mit Diskussion ein: „Reines Wohngebiet ade, Gartenstadt ade?“, lautet das Thema. Dahinter steckt die Debatte um den Bebauungsplan Freyastraße, der bei einigen Bürgern auf heftigen Widerstand stößt, weil sie den Werteverlust ihrer Grundstücke befürchten.

Gröbenzell – Bereits im Dezember gab es eine nahezu einhellige Zustimmung zu dem Planentwurf, lediglich Anton Kammerl (CSU) war dagegen. Erst vor Kurzem hat der Gemeinderat noch einmal darüber diskutiert.

In der jüngsten Sitzung hat Bauamtsleiter Markus Groß nun aktuelle Informationen präsentiert – vor allem hinsichtlich der strittigen Frage des Gewerbes. Groß hat sich die Betriebe in dem Gebiet noch einmal genauer angesehen und gezählt: Es sind insgesamt 48 – zahlreiche sind nach aktuellem Plan nicht zulässig, wie Fliesenleger, Boden- und Parkettleger, Handelsvertreter für technische Öle und Fette, Kunst mit Motorsäge oder Internethandel mit Kfz-Teilen, um nur einige Beispiele zu nennen. Aktuell ist das Areal als reines Wohngebiet eingestuft, in Zukunft soll es zum allgemeinen Wohngebiet werden. Peter Falk (SPD) machte noch einmal klar: „Das Gebiet hat sich bereits verändert und muss nun angepasst werden“. Die Gemeinde müsse sich an Gesetze halten.

Dies hatte auch Philipp Falke, Mitarbeiter des Planungsbüros, bereits Ende vergangenen Jahres im Gemeinderat deutlich gemacht. Man habe sich bei der Einstufung der Gebietskategorie daran zu halten, was an Bestand vorhanden ist, betonte er. Nicht nur die vorhandenen Gewerbebetriebe, sondern auch die in dem Gebiet zulässigen Lärmwerte sprechen für eine Änderung der Gebietskategorie. Denn für ein reines Wohngebiet sind laut Falke tagsüber 50 und nachts 40 Dezibel zugelassen. Laut Schallschutzgutachten wird dieser Wert aber erheblich überschritten – eigentlich sogar der, der für ein allgemeines Wohngebiet zulässig ist.

Die Anwohner warnen derzeit in einem Flugblatt: Wird das Areal zum allgemeinen Wohngebiet, seien die künftigen Nachbarn Hotels und Tankstellen. Eine Drohung, die Martin Runge (Grüne) im Gemeinderat süffisant auf das allgemeine Wohngebiet Eiwo-Siedlung hinweisen ließ: „Daher sind dort Tankstellen und Hotels so zahlreich zu finden“. Tatsächlich sucht man beides dort nämlich vergeblich. Für Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) steht fest: „Es wird Stimmung gemacht“. Denn Tankstellen und Beherbergungsbetriebe sind in einem allgemeinen Wohngebiet allenfalls als Ausnahme zugelassen. Anita Rieger (CSU) machte klar: „Wir haben es in der Hand, Ausnahmen nicht zuzulassen“. Laut Runge können sogar Nutzungsarten, die grundsätzlich zugelassen sind, ausgeschlossen werden.

Kammerl aber erwiderte: „Ein reines Wohngebiet ist ein hohes Gut, was es zu verteidigen gilt“. Denn hier wären die Bürger besser geschützt vor der Ansiedlung von Gewerbe. Runge veranlasste dies zu der Frage, ob eigentlich in einem reinen Wohngebiet, wie dem Weiherweg, Vernissagen mit Publikumsverkehr zulässig sind. Was er nicht erwähnte: Kammerl lebt im Weiherweg und lädt in seinem Wohnhaus immer wieder einmal zu einer Vernissage ein. Veranstaltungen, die wohl auch so manchen zusätzlichen Autofahrer in das reine Wohngebiet locken.  sus


Die Info-Veranstaltung

findet heute um 19.30 Uhr in der Galerie des Bürgerhauses in Gröbenzell statt.

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