Er bedrohte offenbar seine eigene Familie: Polizei erschießt Mann

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Behagliche Wohngegend rund um den Gröbenbach: Er ist die westliche Grenze des Areals, das der neue Bebauungsplan Freyastraße umfasst. Die Anwohner fürchten unter anderem hohe Gebäude, die den Charakter zerstören. 

Gartenstadt ade?

Zoff um Plan-Änderung: Anwohner in Gröbenzell fürchten um Idylle

Der Bebauungsplan Freyastraße geistert wie ein Schreckgespenst durch die Gartenstadt. Die betroffenen Gröbenzeller fürchten sich vor zu hohen Häusern, weniger Grün und Imbissbuden. Die Anwohner teilten ihre vielfältigen Sorgen nun bei einem Informationsabend mit.

Gröbenzell– Der Andrang in der Galerie des Bürgerhauses war so groß, dass zahlreiche Gäste keinen Sitzplatz mehr fanden. Die Gröbenhüter hatten zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der es um den Bebauungsplan Freyastraße ging. Das Areal – im Süden ist es durch die Bahnlinie begrenzt, im Westen durch den Gröbenbach und die Dianastraße und im Norden durch den Loferweg – soll vom reinen zum allgemeinen Wohngebiet werden. Der Entwurf ist im Gemeinderat überwiegend unumstritten. Nur Anton Kammerl von der CSU tanzt aus der Reihe.

Ganzjährig wird gegrillt

Er erläuterte an dem Abend die Ziele des Plans: Die Sicherung der zusammenhängenden Innengrünflächen, das Freihalten und Begrünen der Vorgartenzonen, der Erhalt des wertvollen Baumbestandes, aber auch das flächensparende Bauen zählen dazu – es soll also eher in die Vertikale gehen als in die Horizontale. Das ist für viele Kritiker der Knackpunkt: Zehn Meter hohe Häuser (drittes Vollgeschoss als Terrassengeschoss) sollen genehmigt werden. Kammerl sagte: „Das widerspricht eklatant dem Schutz des Gebietscharakters. “

Diese Sorge teilte Anwohner Kai Rotermund. In seinem Redebeitrag wuchsen die Häuser noch weiter. Er warnte vor einem Haus von mehr als elf Metern Höhe neben ihnen. Da oben werde dann Party gemacht und ganzjährig gegrillt. „Wenn wir das zulassen, bedeutet dies: Gartenstadt ade.“ Rotermund präsentierte auch Bilder, die das veranschaulichen sollten. Das brachte ihm wiederum den Vorwurf der Übertreibung ein: Ein anderer Anwohner, selbst Architekt, sagte, dass die gezeigten Häuser wesentlich größer seien als die, die der Bebauungsplan zulässt.

Runge verteidigt Pläne

Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) wehrte sich gegen Rotermunds Aussagen: „Gartenstadt ade ist falsch.“ Das Gegenteil sei der Fall: Der Plan tue deutlich mehr für ein grünes Gröbenzell. Runge räumte allerdings ein, dass nicht alles, was er sich als Vorgaben in dem Bebauungsplan vorstellt, derzeit darin enthalten ist. Er betonte auch an diesem Abend wieder, dass Ausnahmen, die eigentlich in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig wären, ausgeschlossen werden sollen. Die tatsächliche Höhe des Terrassengeschosses sei noch gar nicht festgeschrieben – was ebenfalls noch passieren werde. Beim Anwohner Rotermund blieb allerdings Skepsis. Bürgerin Margarete Schlundt teilte dies jedoch nicht. Sie erklärte, es ginge nicht darum, mehr zu bauen, sondern eben anders.

48 Gewerbebetriebe

Das Areal soll auch vom reinen zum allgemeinen Wohngebiet umgewidmet werden, weil sich mittlerweile 48 Gewerbebetriebe hier niedergelassen haben, die von außen nicht unbedingt prägnant zu sehen sind. Für Anwohner Rotermund ist das kein Argument: „Uns stört kein einziger Betrieb.“ Andererseits warnte er vor Verlust der Wohnqualität: „Das ist nicht mehr das ruhige Wohnen wie im reinen Wohngebiet.“ Zwar geht er nicht davon aus, dass sich dort Tankstellen ansiedeln. Doch Bäckereien, Imbissbuden oder Trinkhallen könnten kommen, ebenso wie Mobilfunkmasten. Dass man nicht mehr so geschützt ist – etwa vor Lärm – bezeugte ein Anwohner eines allgemeinen Wohngebietes. Sein Nachbar drechsle regelmäßig in seinem Gartenhaus. „Da hilft einem niemand mehr.“

Dieter Heuer, ebenfalls Anwohner des Freyastraßen-Gebietes, forderte, die Gewerbebetriebe zu prüfen, ob sie überhaupt zulässig sind. Bürger Michael Jaumann hatte noch einen anderen Vorschlag: Da Gröbenzell ja bereits nahezu zugebaut sei, soll die Gemeinde doch sämtliche Bebauungspläne auflösen und jedes einzelne Bauvorhaben nach Paragraf 34 abgeglichen mit der Nachbarbebauung bewerten. Bürgerin Edeltraud Mierau-Bähr kritisierte hingegen, dass nirgends zu lesen sei, wie viele Bürger eigentlich eines Tages in dem Gebiet leben sollen.

Den Plan einsehen

Im September 2017 hatten Bürger zum ersten Mal Gelegenheit, gegen den Bebauungsplan Freyastraße Einwendungen vorzubringen. Jetzt liegt er wieder aus: dies bis zum 8. März. (sus)

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