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Ankündigung des Erholungsflächenvereins

Bei Gröbenzell: Still ruhen die Böhmerweiher

 An den Böhmerweihern, südöstlich von Gröbenzell auf Münchner Flur gelegen, herrscht immer noch weitgehend idyllische Ruhe. 

Gröbenzell –Vor knapp fünf Jahren, im Jahr 2013, hatten die Kommunen Gröbenzell, Puchheim, München und der Erholungsflächenverein das Gelände um die beiden Weiher angekauft. Der größere soll zum Erholungsgelände ausgebaut werden, der kleinere mitsamt seinem Umfeld als Biotop erhalten werden. Geschehen ist bis heute nichts. Doch jetzt hat Jens Besenthal, der Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins, angekündigt, im Herbst eine überarbeitete Vorplanung zu präsentieren. Mit einem Ausbau ist aber dennoch so bald nicht zu rechnen.

2014 hatte Besenthal in Gröbenzell und Puchheim in Gemeinde- und Stadtrat ein erstes Ausbaukonzept vorgelegt. Dieses aber war vor allem im Gröbenzeller Gemeinderat auf wenig Begeisterung gestoßen. Liegeflächen von insgesamt knapp 33 000 Quadratmetern, 40 Parkplätze, Kiosk, WC, Wasserwacht, Beachvolleyball und Grillflächen waren vorgesehen. Bei den Grünen Gröbenzells war dies auf Entsetzen gestoßen, zumal in einer ersten Vorüberlegung 2006 von einer allenfalls 9000 Quadratmeter großen Liegefläche ausgegangen worden war.

Durch eine Machbarkeitsstudie fühlten sich die Grünen dann bestätigt. Denn diese seit 2010 vorliegende, doch erst 2015 der Öffentlichkeit zugängliche Studie, legt offen, dass zahlreiche geschützte Pflanzen und Tiere rund um die Weiher leben, wie die Gröbenzeller Grünen berichteten. „Der Böhmerweiher ist offensichtlich ein kleines ökologisches Schatzkästchen“, hatte der Ortssprecher der Grünen, Walter Voit, anlässlich der Präsentation der Studie betont.

Zudem befürchten nicht nur Gemeinderäte, sondern auch Anwohner der Straßen nahe den Böhmerweihern, dass ihre Straßen an schönen Sommertagen zugeparkt werden. Dass gar nichts in dem Gelände geschieht, können sich aber auch die Grünen nicht vorstellen. Ihnen schwebt ein Naturerlebnisgebiet mit beschränkter Badenutzung im Nordwesten des größeren Weihers vor. Einen Weg um den großen Weiher schlagen sie auf Brettern vor, ähnlich wie in den Dünen an Nord- und Ostsee. Auf einen Kiosk wollen sie verzichten, ebenso auf öffentliche Parkplätze.

Jens Besenthal erhofft sich dafür eine breite Zustimmung. Bis der große Böhmerweiher aber tatsächlich ein Erholungsgebiet ist, wird noch einige Zeit vergehen. Denn selbst wenn die Vorplanung in allen drei Kommunen auf Zustimmung stößt, ist vor einem Ausbau ein Planfeststellungsverfahren notwendig, erläutert Besenthal. Und dieses kann sich laut Besenthal bis zu fünf Jahre hinziehen. (sus)

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