NBA-Profi Maximilian Kleber war virtuell zu Gast in einem Gröbenzeller Klassenzimmer. Dort sprach er auch über sein Idol Dirk Nowitzki (r.).  Foto: dpa
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NBA-Profi Maximilian Kleber war virtuell zu Gast in einem Gröbenzeller Klassenzimmer. Dort sprach er auch über sein Idol Dirk Nowitzki (r.).

Gröbenzell

Besondere Sportstunde mit Basketballstar

Wenn es um Corona geht, herrscht in den Schulen derzeit eher eine angespannte Situation. Eine sechste Klasse im Gymnasium Gröbenzell hat dadurch nun aber eine ganz besondere Sportstunde erleben dürfen: Die Schüler interviewten den NBA-Basketballstar Maximilian Kleber quasi exklusiv.

Gröbenzell – Julius Mayer ist Deutsch- und Sportlehrer im Referendariat und unterrichtet unter anderem die 6e des Gymnasiums Gröbenzell. Schon vor Jahren traf der heute 27-Jährige den Basketballspieler Maxi Kleber. Damals war Mayer noch als Sportjournalist für den Bayerischen Rundfunk tätig, und Kleber spielte für den Würzburger Basketballverein „S.Oliver Baskets“. Die beiden verstanden sich gut und freundeten sich an.

Kleber wechselte im Laufe der Jahre mehrfach den Verein, spielte zeitweise beim FC Bayern in der Basketball-Bundesliga und schaffte schließlich 2017 den Aufstieg in die Königsklasse des Basketballs, die amerikanische National Basketball Association (NBA). Auch in der deutschen Nationalmannschaft spielte er.

Als wegen der Corona-Pandemie der Praxis-Sportunterricht teilweise eingeschränkt wurde, wurde Mayers Klasse für den theoretischen Sportunterricht zeitweise zusammengelegt, er unterrichtete also nicht mehr nur die Buben. Diese Gelegenheit nutzte er für ein fächerübergreifendes Projekt, bei dem die Klasse ein Interview mit dem NBA-Spieler Kleber führen konnte.

Doch dafür mussten sich die Schüler erst vorbereiten. Sie beschäftigten sich über zwei Wochen mit dem theoretischen Aufbau von Interviews sowie Regeln und Sprache des Basketball. Kinder, die im Verein dribbeln, durften zeitweise sogar in die Lehrerrolle schlüpfen.

Am Tag des Interviews waren die Schüler alle sehr nervös. „Fünf Minuten, bevor der Termin anstand, mussten plötzlich sehr viele auf die Toilette“, sagt Mayer. Doch als es wirklich losging, zahlte sich die gute Vorbereitung aus. Kleber erschien per Videokonferenz über den Beamer auf der Leinwand im Klassenraum. Die Verbindung ging jedoch nicht in die Vereinigten Staaten – Kleber war gerade in München zu Besuch. Wegen der guten technischen Ausstattung der Schule lief das Gespräch ruckelfrei. Die Schüler stellten einer nach dem anderen ihre vorgeplanten Fragen. Und die beantwortete der Profibasketballer auf der Leinwand ausführlich.

So erfuhren sie zum Beispiel die Lieblings-Schulfächer des Sportlers (Mathe und Sport) und dass er wegen der Verletzungsgefahr außer Basketball keinen anderen Sport betreiben darf. Auch über die erste Begegnung mit seinem Kindheitsidol Dirk Nowitzki, der bei den Dallas Mavericks sein Teamkamerad wurde, erzählte Kleber den Schülern.

Am Ende war das Projekt ein voller Erfolg. Die Schüler waren sehr stolz auf das Erlebnis. „Es war toll, mal mit einem echten NBA-Spieler reden zu können und zu erfahren, was er macht und was er für Gedanken hat“, sagt Schülerin Lea Sophie Crome, die selbst Basketball spielt. Normalerweise würde man so eine Chance nicht bekommen. Ihr Klassenkamerad Jonas Becker war ebenfalls beeindruckt. „Mich hat es überrascht, dass er sich so viel Zeit für uns genommen hat – er hat ja über eine halbe Stunde mit uns gesprochen“, sagt er.

Auch Lehrer Mayer war zufrieden. „Ich werde so etwas auf jeden Fall wieder machen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.“ Bei dem Projekt hätten die Schüler viel gelernt. (Sven Behrens)

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