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Aus dem Gerichtssaal

Betrunkener Fahrgast will Taxler prellen und muss blechen

Die Heimfahrt mit dem Taxi von einem Münchner Nachtclub kam einen Gröbenzeller letztlich teuer zu stehen. Eigentlich hätte der 39-Jährige für die Fahrt 18.30 Euro bezahlen sollen. Weil er sich aber weigerte, das Geld herauszurücken, rief der Taxifahrer die Polizei. 

Gröbenzell Bis die eintraf, war die Gebühr wegen der Wartezeit schon auf 30 Euro angestiegen. Weil der Fahrgast auch noch den Taxifahrer beleidigt hatte, wurde er jetzt am Brucker Amtsgericht dazu verurteilt wegen Betrugs und Beleidigung 1350 Euro zu bezahlen.

Der Gröbenzeller war sich vor Gericht keiner Schuld bewusst. Das Taxi habe er nicht bezahlen wollen, weil er nicht in die Kirchenstraße sondern in die Bahnhofstraße gefahren worden sei. „Wäre er den direkten Weg gefahren, hätte die Rechnung allenfalls zehn Euro betragen“, beschwerte er sich auf der Anklagebank sitzend. Die Beleidigung stritt er ab.

Der Verteidiger des Mannes beantragte Freispruch. Sein Mandant hätte keinerlei Betrugsabsicht gehabt. Er hätte vielmehr das Gefühl gehabt, von dem Taxifahrer schlecht behandelt worden zu sein. Zudem sei sein Mandant in der Nacht stark betrunken gewesen. Zehn Halbe Bier und etwa acht bis zehn Schnäpse habe er im Nachtclub innerhalb von rund drei Stunden zu sich genommen. Diese Menge war für den Richter schlicht unvorstellbar. Der 39-Jährige hätte so über sechs Promille gehabt. „Das schafft selbst ein trainierter Alkoholiker nicht.“

Der Richter ging daher nicht davon aus, dass der Mann in der Dezembernacht schuldunfähig war. Er rechnete ihm aber einen verminderte Schuld an, denn der Taxifahrer hatte den Mann als betrunken beschrieben. Letztlich hatte der Richter keinerlei Zweifel an der Schuld des mehrfach vorbestraften Gröbenzellers. Denn dem Taxifahrer zufolge hatte der 39-Jährige schon kurz nach Fahrtantritt gesagt, dass er die Fahrt nicht bezahlen werde. Der Mann sei auch aggressiv geworden, habe gegen Fenster und Armaturenbrett geschlagen und ihn beschimpft, als er nach dem Fahrtziel fragte.

Auf die Frage warum er den 39-Jährigen nicht aus dem Auto geworfen habe, machte er klar, er habe befürchtet, dass die Situation eskalieren könne. Zudem dürfe er einen Betrunkenen nicht auf freier Strecke zurücklassen.  (sus)

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