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Flächennutzungsplan wird geändert

Bogenschützen bekommen legale Heimat

Gröbenzell – Seit Monaten schon können die Bogenschützen des SC Gröbenzell nicht mehr in ihrem Heimatort trainieren. Doch nun gibt es Hoffnung für die Sportler, wieder auf ihr Trainingsgelände am Fischerweg zurückkehren zu können.

Um ihren Sport ausüben zu können, hatten die Bogenschützen 2012 von der Gemeinde das Areal am nordwestlichen Fischerweg gepachtet. Auch die Pfadfinder nutzten das Grundstück. Allerdings hatte es für die sportliche Nutzung weder einen Bauantrag gegeben, noch sah der Flächennutzungsplan dort Sport und Freizeit vor. Die Bogenschützen mussten dann in Folge von Beschwerden einer Anwohnerin, das Gelände verlassen. Die Gemeinde untersagte die Nutzung (wir berichteten).

Doch nun gibt es Hoffnung für die Sportler: Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern. Das Areal am Fischerweg ist dann künftig für Freizeit- und Sportanlagen vorgesehen. Zudem soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die notwendigen Parkplätze, insgesamt 30, sollen auf einem Grundstück angrenzend an den Fischerweg und die Olchinger Straße errichtet werden. Brigitte Böttger (CSU) wollte wissen, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen. Doch das konnte die Verwaltung noch nicht sagen. Allerdings wird es noch dauern, bis die Bogenschützen wieder im Fischerweg trainieren können. Denn die Änderung eines Flächennutzungsplanes ist langwierig.

Der Flächennutzungsplan soll noch in zwei weiteren Punkten geändert werden. Ein Großteil der Ortsmitte ist nämlich derzeit als Kerngebiet festgesetzt. Dies soll jetzt Mischgebiet werden. Denn in Kerngebieten ist Wohnen nur ausnahmsweise vorgesehen. Sie dienen vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben, Verwaltung und Kultur. So aber wird das Gröbenzeller Zentrum nicht genutzt. Die Ausweisung als Kerngebiet ermöglicht es aber, dass sich beispielsweise ein Wettbüro ansiedeln kann. Das war schon einmal versucht worden.

Geändert wird der Flächennutzungsplan auch für ein Grundstück an der Olchinger Straße. Hier will sich ein Discounter von derzeit knapp 900 auf 1255 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößern. Das Areal soll daher zum Sondergebiet werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) hatte der Änderung heftig widersprochen. Er erinnerte daran, dass der Gemeinderat vor einem Jahr ein Einzelhandelskonzept nebst einer Liste mit zentrumsrelevantem Sortiment festgelegt hatte. Und der Discounter an der Olchinger Straße biete Produkte dieses Sortiments an. Dazu komme, sollten andere Einzelhandelsgeschäfte Erweiterungs- oder Neuansiedlungwünsche in gleicher Größe äußern, dass diese nicht mehr abgelehnt werden könnten.

Eine weitere Änderung wurde erst einmal zurückgestellt. Flächen am östlichen Ortsrand, die teils als reines Wohngebiet, teils als Gemeinbedarfsfläche dargestellt sind, könnten künftig landwirtschaftlich genutzt werden. Dieses Ansinnen stieß auf heftige Kritik. Franz Eichiner (SPD) berichtete, dass die Katholische Kirche entsetzt darüber gewesen sei, dass sie als Eigentümer der Wohnbaufläche nicht über die mögliche Änderung des Plans informiert worden sei.

Auch Edeltraud Mierau- Bähr kritisierte das Vorhaben in der aktuellen Stunde des Gemeinderats. Denn, wenn die Gemeinbedarfsfläche landwirtschaftlich genutzt wird, dann könnten dort auch Maschinenhallen und Ställe gebaut werden. Ihrer Meinung nach, sollte das Areal lieber als Grünfläche oder für den Hochwasserschutz vorgesehen werden. Diese beiden Punkte wollen nun die Fraktionen intern beraten. (sus)

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