+
Sie standen den Bürgern Rede und Antwort: (v.l.) Martin Schäfer, Gregor von Uckermann, Anton Kammerl, Hendrik Grallert und Ingo Priebsch.

Gröbenzell

Bürgermeisterkandidaten im Umwelt-Check

Die Gröbenzeller Ortsgruppe des Bund Naturschutz hat zu einer Podiumsdiskussion mit den fünf Bürgermeisterkandidaten eingeladen. Viele Bürger kamen, um die Absichten der Bewerber zu erfahren – zum Beispiel in Sachen Böhmerweiher.

Gröbenzell – Die fünfköpfige Herrenriege, die sich um das Bürgermeisteramt bewirbt, ist am Montagabend zu einem ersten Schlagabtausch zusammengetroffen. Der Bund Naturschutz hatte Hendrik Grallert (FDP), Anton Kammerl (CSU), Ingo Priebsch (Grüne), den amtierenden Rathauschef Martin Schäfer (UWG) und Gregor von Uckermann (SPD) dazu eingeladen, sich den Fragen von Bürgern zu stellen. Das Interesse war groß: Das „Café per te“ an der Danziger Straße war bis auf den letzten Stehplatz besetzt.

Böhmerweiher

Vor allem Umweltthemen, wie Radverkehr, Böhmerweiher oder Streuobstwiesen beschäftigten die Gröbenzeller. So wollte eine Bürgerin wissen, wie die Kandidaten sich den künftigen Böhmerweiher vorstellen.

Kammerl erläuterte, er wolle, dass der See naturbelassen bleibt und nicht zum Naherholungsgebiet ausgebaut wird. Er betonte: „Dort soll möglichst nichts passieren“. Damit stieß er aber auf heftigen Widerstand.

Der örtliche Sprecher der Grünen, Walter Voit, las Kammerl daraufhin das Wahlprogramm seiner Partei vor: In diesem stehe ein „naturnaher Ausbau“ des Weihers. Ariana Zuber, Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, stellte klar: „Nichts machen geht nicht.“ So müsse unter anderem das Gestrüpp niedrig gehalten werden.

Schäfer berief sich auf den Notarvertrag, den die Kommune (wie auch die Miteigentümer Puchheim, München und der Erholungsflächenverein) beim Ankauf unterzeichnet hat. Hier sei festgehalten, dass der See erworben wurde, um ihn zu einem Naherholungsgebiet auszubauen.

Bioladen

Ein Einkaufsladen, möglichst ein Bioladen, für den Norden der Gemeinde war der große Wunsch einer anderen Gröbenzellerin. Schäfer ist zwar überzeugt, dass die Bahnhofstraße, für deren westlichen Bereich zwischen Bahnhof und Angerstraße der Billigungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst wurde, eine Toplage sein wird und sich da etwas niederlassen werde. Doch einen Bioladen könne man nicht vorschreiben. Grallert war sich hingegen sicher, dass man als Gemeinde da aktiv werden könne. Wie auch Priebsch kann er sich vorstellen, Händler anzusprechen, ob sie sich dort möglicherweise niederlassen wollen.

Radfahren

Auch eine Verbesserung des Fahrradverkehrs war Thema des Abends im Vorfeld der Kommunalwahl. Kammerl und von Uckermann favorisieren eine weitere Unterführung in Höhe der Von-Koch- und Gröbenhüterstraße. Die Kosten hierfür hatte ein Experte auf etwa drei Millionen geschätzt.

Angesichts dieser Zahl machte Schäfer klar, dass der Gemeinderat Prioritäten setzen müsse: Will man einen Kindergarten errichten, eine Schule sanieren oder eine Unterführung bauen? Dass eine solche Unterführung machbar sei, bezweifelte er nicht. Schließlich könne man unter dem Ärmelkanal von Frankreich nach England fahren.

Blühflächen

Ein Bürger wünschte sich Blühflächen. Hier soll die Gemeinde eine Vorreiterrolle spielen, forderte der UWG-Gemeinderatskandidat und Vogel-Experte Gerhard Wendl. Priebsch appellierte an private Eigentümer, dies ebenfalls umsetzen. Auch eine Streuobstwiese wurde gewünscht.

Schäfer berichtete, eine solche sei bereits geplant im Bereich des Erlbachs. Von Uckermann konnte sich eine solche Wiese am Dr.-Hammerschmidt-Platz oder an der Grünfläche an der Tannenfleck-/Wiedehopfstraße vorstellen.

Jugendtreff

Es gab aber auch Themen jenseits von Umwelt und Nachhaltigkeit. So forderte eine Gröbenzellerin einen Jugendtreff als Ersatz für das abgerissene Kult-Lokal „Hexe“ im Herzen der Gemeinde. Priebsch schlug das frühere Polizeigebäude an der Augsburger Straße vor. Kammerl erinnerte an seinen Antrag, eine Wagenburg anzuschaffen und aufzustellen. Grallert und von Uckermann betonten aber, ein solcher Treffpunkt müsse von Jugendlichen akzeptiert und getragen werden. Sie schlugen einen Ideenwettbewerb vor. (sus)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Blaulicht-Ticker: Unfälle bei Schneeglätte
Rund um die Uhr sind Polizei und Feuerwehr im Landkreis Fürstenfeldbruck einsatzbereit. Wohin sie unterwegs sind und warum, erfahren Sie im Blaulicht-Ticker.
Blaulicht-Ticker: Unfälle bei Schneeglätte
Aktenzeichen XY stellt Raubüberfall nach
Die Stadt war zum wiederholten Mal Drehort für die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY, in der zu Fahndungszwecken ungeklärte Kriminalfälle einem Millionenpublikum gezeigt …
Aktenzeichen XY stellt Raubüberfall nach
Dorfplatz kostet bis zu 100 000 Euro
Die geplante Umgestaltung des Landsberieder Dorfplatzes an der Babenrieder Straße wird teuer. Zwei Angebote liegen vor: eines über 80 000, das andere über 100 000 Euro. …
Dorfplatz kostet bis zu 100 000 Euro
Grafraths neues Wohn- und Geschäftszentrum eingeweiht
Bis der neue Feneberg-Supermarkt an der Grafrather Hauptstraße eröffnet, dauert es zwar noch ein paar Wochen. Das Gebäude, in dem auch eine Praxis für Physiotherapie, …
Grafraths neues Wohn- und Geschäftszentrum eingeweiht

Kommentare