Das Gymnasium Gröbenzell ist eines der beliebtesten im Landkreis und platzt aus allen Nähten.  Foto: Riegel
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Das Gymnasium in Gröbenzell.

Infektionsgeschehen drastisch gestiegen

Gymnasium wird zu Infektionsherd: 142 Schüler in Quarantäne - Eltern von Abi-Feier verbannt

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Für Schulleiter Boris Hackl war es eine der schwersten Entscheidungen, die er jemals treffen musste. Doch angesichts der Corona-Lage wäre es unverantwortlich gewesen, die Zeugnisübergabe wie geplant durchzuführen.

Gröbenzell - Fünf Corona-Fälle gab es laut Gesundheitsamt bislang seit Mitte der Woche am Gröbenzeller Gymnasium, in den vergangenen drei Tagen wurden 142 Schüler aus den Klassen fünf bis elf in Quarantäne geschickt. Von den 118 Abiturienten stehen um die 15 unter Corona-Verdacht, wohl ein großer Teil nach Rückkehr von einer Reise. Genau kann das Hackl aber nicht sagen.

Corona im Landkreis Fürstenfeldbruck: Schule wird lokaler Infektionsherd

Die Gründe dafür, dass sich das Gymnasium zu einem lokalen Infektionsherd entwickelt hat, sind derzeit noch unklar. Fakt ist: Das Infektionsgeschehen ist drastisch angestiegen. Für die Schule kam das überraschend. „Hätte man mir das noch am Montag gesagt, hätte ich das angesichts des allgemeinen Infektionsgeschehens nicht geglaubt.“

Der Schulleiter musste nun handeln. „Es wäre unverantwortlich gewesen, die vier Feiern mit jeweils um die 100 Personen auszurichten.“ Man müsse auch an die Lehrer und Schüler denken, die weiter im Präsenzunterricht bleiben wollen.

Hackl hat am Tag kurz vor der Zeugnisübergabe Nägel mit Köpfen gemacht: Die Eltern wurden ausgeladen, nur jeweils 25 Abiturienten durften in den Saal. Immerhin: Die Grußworte von Landrat Thomas Karmasin und Bürgermeister Martin Schäfer waren von Anfang an als Film geplant. Ebenso die musikalische Unterhaltung.

Zahlreiche Schüler in Quarantäne: Schulleiter muss Handeln - Eltern von Abschlussfeier verbannt

Für die Eltern hat die Schule nun am Freitag ganz spontan Stühle draußen auf dem Pausenhof aufgestellt, damit sie zumindest per Livestream dabei sein können. Das haben die Systemadministratoren kurzfristig gestemmt. Ein Modell, das sich zum Beispiel auch in Puchheim bewährt hat.

Natürlich aber nur ein kleiner Trost. „Ich bedaure das alles es sehr, weil ich weiß, wie gerne die Abiturienten ihre Eltern oder Angehörigen an diesem wichtigen Tag an ihrer Seite gehabt hätten. Als Vater verstehe ich auch, dass die Enttäuschung gerade der Eltern besonders groß ist.“ Aber in diesem Fall müsse der Schutz aller Beteiligten in der Pandemie einfach Vorrang haben.

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