Günter und Agnes Fürch haben nur eine E-Mail-Adresse. Für die Registrierung bräuchte aber jeder seine eigene.
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Günter und Agnes Fürch haben nur eine E-Mail-Adresse. Für die Registrierung bräuchte aber jeder seine eigene.

Corona-Pandemie

Unerwartete Probleme: Senioren kämpfen mit Impf-Anmeldung

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Viele ältere Menschen wollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch bei der Registrierung hakt es manchmal noch. Günter und Agnes Fürch aus Gröbenzell scheiterten daran, dass sie die gleiche E-Mail-Adresse haben.

Gröbenzell – Dass sie sich impfen lassen, war für die Rentner klar. „Selbst wenn es Nebenwirkungen geben sollte, sind diese bestimmt nicht so schlimm wie eine Corona-Erkrankung. Wir hatten in der Verwandtschaft einen Corona-Fall gehabt, den er schwer erwischt hat und der Schäden an der Lunge hat“, erklärt Agnes Fürch.

Die Eheleute sind 80 und 79 Jahre alt, haben Vorerkrankungen und wollten sich über die Internetseite www.impfzentren.bayern anmelden, um möglichst bald einen Termin zu bekommen. Die Online-Registrierung halten die beiden grundsätzlich für eine gute Sache. „Es ist eigentlich eine tolle Möglichkeit. Man meldet sich an und es ist erledigt. Wenn wir an der Reihe sind, erhalten wir dann einen Termin im Impfzentrum“, sagt Günter Fürch.

Bei der Registrierung traten unerwartete Probleme auf

Beim ihm funktionierte die Registrierung auch reibungslos. Er meldete sich mit seiner E-Mail-Adresse an, gab seine Daten ein und erhielt eine Bestätigung, dass er registriert sei. „Alles wunderbar“, sagt er. Doch als er seine Frau anmelden wollte, erhielt er die Fehlermeldung, dass die eingegebene E-Mail-Adresse bereits existiere. Grund: Das Paar hat nur eine gemeinsames E-Mail-Konto.

„Es geht nur, wenn man sich mit einer neuen Adresse anmeldet. Aber warum soll ich das machen, nur um sie dann ein einziges Mal für die Anmeldung im Impfzentrum zu nutzen“, fragt sich Günter Fürch.

Ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums bestätigt diese Regelung: „Die Sicherheit der persönlichen Daten der Bürger hat einen hohen Stellenwert“, erklärt der Sprecher. Für die Erfassung von sensiblen Daten im Internet werde daher eine so genannte Zwei-Faktor-Authentifizierung benötigt. Einer der Faktoren sei die E-Mail-Adresse, die pro Person nur einmal verwendet werden könne. Der zweite sei eine Handynummer. Diese könne jedoch für mehrere Personen genutzt werden.

Senior klagt: „Ein Schmarrn hoch drei“

Für Fürch ist das „ein Schmarrn hoch drei“. Er kann nicht nachvollziehen, warum einem die Online-Registrierung so schwer gemacht werde. „Jetzt haben wir beide einigermaßen Computer-Kenntnisse, aber was machen ältere Leute, die nicht so gut mit Computern umgehen können?“, fragt er.

Der Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums verweist darauf, dass bei Problemen auch eine Anmeldung per Telefon entweder unter der bundesweiten Nummer 116 117 oder direkt beim regionalen Impfzentrum möglich sei. Der Standort in Fürstenfeldbruck ist seit kurzem wieder unter Telefon (0 81 41) 40 04 50 zu den normalen Öffnungszeiten des Impfzentrums erreichbar.

Agnes Fürch hat es bereits zweimal telefonisch probiert. Einmal lautete die Ansage nach längerer Wartezeit, dass die Leitung erst freigeschaltet werde, wenn wieder Impfstoff verfügbar ist. Beim zweiten Versuch hieß es, dass derzeit keine der Leitungen frei sei.

So funktioniert die Registrierung

Die Registrierung ist online unter www.impfzentren.bayern möglich. Dort bekommt man eine Bestätigung und später eine E-Mail mit Terminvorschlägen. Vergeben werden Termine nach Priorität. Bürger ohne Internetzugang können sich per Telefon unter 116 117 oder (0 81 41) 40 04 50 registrieren. Die verschiedenen Registrierungsarten laufen über ein gemeinsames Computersystem. Wer nicht mobil ist, soll sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen. Niemand soll ohne Termin zum Impfzentrum kommen.

Vor der Impfung sollten die Kandidaten sich unter www.brk-ffb.de die Impfdokumente herunterladen und zuhause ausfüllen. Möglich ist das auch im Impfzentrum. „Es ist aber relativ viel auszufüllen und durchzulesen, was auch zeitintensiv ist. Das lässt sich natürlich zuhause in Ruhe besser bewerkstelligen“, erklärt BRK-Sprecherin Anette Menke.

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