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Ein halbes Jahrhundert bei der CSU: Reinhard Paesler. 

Gröbenzell

CSU-Gemeinderat mit grüner Seele hört auf

24 Jahre war Reinhard Paesler im Gröbenzeller Gemeinderat in der CSU-Fraktion aktiv. Nach der Kommunalwahl schied der 77-Jährige aus dem Gremium aus. Auf eigenen Wunsch hatte er nicht noch einmal für den Wiedereinzug kandidiert.

Gröbenzell – Das Interesse an Politik hat Reinhard Paesler seit seiner Jugend begleitet. Vor einem halben Jahrhundert trat er in die CSU ein. Auslöser waren die Studentenunruhen in den 68er-Jahren. Der Geo-Wirtschaftswissenschaftler war damals bereits als Assistent an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität tätig. Er erlebte hautnah mit, „dass Studenten Vorlesungen störten und einen ziemlichen Aufruhr an der Uni auslösten“. Und fügt hinzu: „Das war mir zuwider.“ Als Folge trat er in die CSU ein, zunächst in München.

Als er dann vor rund 40 Jahren in Gröbenzell ansässig wurde, wechselte er zum hiesigen Ortsverband. Paesler wurde schnell heimisch, engagierte sich in diversen Vereinen. Vor allem die Umwelt lag ihm am Herzen. Durch sein Wissen als Geo-Wirtschaftswissenschaftler mit den Schwerpunkten Raumplanung und Tourismus konnte er immer wieder fundierte Kenntnisse einbringen.

Zunächst im Umweltbeirat

Jahre bevor er in den Gemeinderat einzog, war Paesler bereits im Umweltbeirat aktiv. Zudem hat er viele Jahre in der Agenda 21 mitgearbeitet und gemeinsam mit dem damaligen Umweltbeauftragten der Gemeinde, Franz Neuner, den Agendatext für die Gemeinde erarbeitet. Er findet es bedauerlich, dass aktuell durch interne Streitigkeiten mehr oder weniger Stillstand in der Agenda-Initiativgruppe herrscht. Und dass vieles von dem, was in der Agenda 21 Gröbenzells zu lesen ist, in Vergessenheit geraten ist.

Seine Partei hätte es bereits Jahre vor 1996 gerne gesehen, dass Paesler für den Gemeinderat kandidiert. Doch dem verheirateten Vater zweier Kinder gingen Familie und Beruf damals vor. Erst als seine Kinder „aus dem Gröbsten heraus waren“, kandidierte er für das kommunale Parlament. Nach seinem Einzug in das Gremium war Paesler immer darum bemüht, nicht Partei-, sondern Sachpolitik zu machen.

Man kennt sich

So war ihm der Erhalt unbebauter Flächen bei seiner Gemeinderatsarbeit immer wichtig. Was aber früher einfacher war, wie er heute feststellt, denn mittlerweile sei der Druck auf Nachverdichtung und die Bebauung freier Flächen immer stärker geworden. Auch der Baumschutz und der Erhalt des Gartenstadtcharakters der Gemeinde lagen ihm immer am Herzen. Er bedauert es, dass Gröbenzell nach und nach immer mehr versiegelt wird.

Verändert hat sich für Paesler die Gemeinderatsarbeit vor allem vor sechs Jahren: Damals wurde kein CSU-Vertreter zum Bürgermeister gewählt, sondern Martin Schäfer von der UWG. Die Folge war für die CSU, die zwar noch immer stärkste Fraktion war, dass die Informationen aus dem Rathaus nicht mehr so flossen wie in den Jahrzehnten zuvor.

Den im März wiedergewählten Rathauschef kannte Paesler übrigens bereits Jahre, bevor dieser 2008 in den Gemeinderat einzog und 2014 zum Bürgermeister wurde. Denn Schäfer ist in der Straße aufgewachsen, in der Paesler seit 40 Jahren lebt.

Auch wenn der 77-Jährige nun aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist – langweilig wird es ihm wohl nicht werden. Der Senior, der jahrelang als akademischer Direktor an der Uni tätig war, arbeitet noch immer wissenschaftlich. Als Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung und der Enquete-Kommission gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern wird er immer wieder zu Vorträgen eingeladen. (sus)

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