70-Jahr-Feier

CSU Gröbenzell: Der Anfang war hart

Wenn man seinen 70. Geburtstag feiert, dann kann man sich schon einmal etwas gönnen – zwei statt einen Gastredner für die Festlichkeiten zum Beispiel. 

Gröbenzell – Das hat sich wohl auch die Gröbenzeller CSU gedacht und so bekamen die Gäste beim Neujahrsempfang am Sonntagvormittag im Bürgerhaus gleich zwei Grußworte zu hören.

Einer der Gastredner war ein alter Bekannter: der frühere Ortsvorsitzende Robert Sauter. Dieser blickte in seiner Rede auf die Anfänge der Gröbenzeller CSU zurück, als der Ort noch gar keine Gemeinde war. Erst 1952 wurde der Ort eigenständig. Und in dieser Kommune tat sich die CSU, wie auch die SPD, anfangs schwer, berichtete Sauter. Beide Parteien hatten in den ersten Jahren im Gemeinderat lediglich drei oder vier Vertreter.

Doch 1972 geschah „ein gewaltiger Umschwung“, so Sauter. Zwölf CSU-Mitglieder wurden in den Gemeinderat gewählt. Bis 2014 stellte die CSU zudem über 40 Jahre lang regelmäßig den Bürgermeister.

Zu den letzten fünf Jahren wollte Sauter nicht viel sagen. Er lebt nicht mehr in Gröbenzell, kennt also die Details nicht. Dennoch schilderte er seine eigenen Beobachtungen. Mit Blick auf den 2014 nicht wieder zur Wahl angetretenen früheren Bürgermeister Dieter Rubenbauer betonte er: „Das Volk ruft gelegentlich nach einem Königsmörder, aber es belohnt den Königsmörder nicht.“ Er ermahnte seine Partei, geschlossen aufzutreten, das sei wichtig für den Wahlerfolg.

Sauter nahm auch zum Verhalten der landesweiten CSU Stellung. Doch für seine Vermutung, die Gröbenzeller CSU wünsche sich manchmal ihre frühere Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt als Landesgruppenchefin im Bundestag zurück, blieb der zustimmende Applaus aus.

Ebenso still blieb es im Raum, als er davon sprach, dass die CSU wohl nicht gut damit beraten sei, durch verbale Zuspitzungen Wähler von der AfD zurückgewinnen zu wollen.

Als weiteren Gastredner hatte die Gröbenzeller CSU den Generalkonsul der Niederlande, Peter Alexander Vermeij, eingeladen, dessen Land bereits Erfahrung mit langwieriger Regierungsbildung hat, wie sie Deutschland gerade erlebt. 225 Tage hatte es im vergangenen Jahr in den Niederlanden gedauert, bis nach der Wahl im März ein neues Kabinett vereidigt werden konnte, berichtete Generalkonsul Vermeij.

Dies war aber nicht die einzige Gemeinsamkeit, die der Gastredner mit Deutschland beziehungsweise mit Bayern in seiner Ansprache betonte. „Es geht uns ein bisschen wie Bayern“, stellte er fest, „uns geht es glänzend“, denn die Niederlande haben „ganz wenig Arbeitslosigkeit“ und eine gute Wachstumsrate.

Er erzählte auch von einer Studie, die ergeben hat, dass der Anteil der Bevölkerung, die aus dem nichtwestlichen Ausland stammt, zunimmt: In den vergangenen 20 Jahren sei er von neun auf zwölf Prozent angestiegen. Und dass gleichzeitig die Akzeptanz für die zugewanderten Menschen zugenommen habe, ebenso deren Integration in die Gesellschaft. So stammten die derzeitige Parlamentspräsidentin und der aktuelle Oberbürgermeister der Stadt Rotterdam beide aus Marokko.

Von guter Integration als Einwanderer konnte auch der Ortsvorsitzende der Gröbenzeller CSU, Andreas Keefer, berichten – und dies aus eigener Erfahrung. Keefer ist nicht in Deutschland geboren. Er kam im Alter von 18 Jahren aus Oberschlesien nach Augsburg, wo er bei Verwandten unterkam.

Er erlernte einen Beruf, gründete eine Familie, engagierte sich aktiv in der CSU und der katholischen Kirche. Allerdings räumte er ein: „Ich hatte Glück.“ Und weiter: „Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich in einer Sammelunterkunft auf engstem Raum hätte leben müssen.“ (sus)

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