Anton Kammerlist seit 2018 bei der CSU.

Kommunalwahl FFB 2020

CSU-Rebell will Bürgermeister werden

Der dritte Bewerber für das Bürgermeisteramt von Gröbenzell steht fest: Hinter verschlossenen Türen hat die CSU Anton Kammerl zum Kandidaten gekürt. Sein Programm wird er in Kürze vorstellen.

Gröbenzell Anton Kammerl wurde mit 35 von 42 Stimmen als Bürgermeisterkandidat gewählt. Der 59-Jährige war 2016 zunächst als Parteifreier für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Andreas Berger in den Gemeinderat nachgerückt. Später wurde er zum Jugendreferenten bestimmt. Im Frühjahr 2018 trat er in die CSU ein und ist als Beisitzer auch Mitglied des Ortsvorstandes. Mit 17 Jahren war er schon einmal in der Jungen Union und später in der CSU, doch 1986 verließ er die Partei „wegen Wackersdorf“. Auch im Gröbenzeller Gemeinderat hat der Verlagskaufmann von 1996 bis 2002 schon mal mitgearbeitet – allerdings für die UWG.

Große Sprünge werde er als Rathauschef nicht machen können, kündigte er an. Die Gemeinde müsse mit weniger Geld ausgekommen. „Der Rathausneubau bindet viel Geld.“ Nur notwendige Investitionen wie Kindergarten- und Sozialwohnungsbau seien da noch drin.

Im Gemeinderat vertrat Kammerl nicht immer die Meinung seiner Fraktion. So setzte er sich als Einziger in der CSU für den Erhalt der alten Bahnhofswirtschaft – der Hexe – ein.

Diese hatten die Eigentümer, Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) und sein Bruder Michael, Ende 2016 an eine Germeringer Wohnbaugesellschaft verkauft. Der Gemeinderat beschloss, mit dieser über einen Grundstückstausch mit einer Fläche in der Bahnhofstraße zu verhandeln. Kammerl beantragte 2018, auch über den Ankauf des Areals Gespräche zu führen. „Für mich ist die Hexe die Seele Gröbenzells, es wäre eine Schande, wenn man nicht das Geld aufbringen würde, um diese Seele zu erhalten“, sagte er bei einer Jungbürgerversammlung.

Plötzlich gegen Tausch

Die Verhandlungen wurden in diesem Sommer allerdings aus wirtschaftlichen Gründen für gescheitert erklärt. Zwei nicht-öffentliche Abstimmungen im Gemeinderat nach weiteren Gesprächen über einen Tausch endeten im Patt – und damit mit einer Ablehnung. Bei der ersten Abstimmung war Kammerl nicht anwesend. Bei der zweiten gab es eine Überraschung: Kammerl votierte plötzlich gegen den Tausch. Als Grund gab er an, dass er diesen als rechtlich unzulässig betrachtete. Laut Kämmerer Gregor Kamp dürfe die Gemeinde nämlich ein Grundstück nicht über oder unter dem tatsächlichen Wert eintauschen, so Kammerl. Der Antrag dagegen sah vor, dass die Wohnungsbaugesellschaft zusätzlich zu den Grundstücken in der Bahnhofstraße auch Geld erhalten sollte. Kammerl spricht von 700 000 Euro. „Das wäre von der Rechtsaufsicht nicht genehmigt worden.“

Ganz so eindeutig hatte sich der Kämmerer aber gar nicht geäußert. In der E-Mail an die CSU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Böttger, die dem Tagblatt vorliegt, schrieb er unter anderem: „Ein Tausch von zwei ungleichen Werten ist nicht per se unzulässig.“ Er tue sich schwer, eine Beurteilung der Situation abzugeben, da er nicht wisse, mit welcher Begründung ein Tausch vorgenommen werde.

Seine Ziele als Bürgermeister will Kammerl erst bei einem Pressegespräch am morgigen Donnerstag offenbaren. Doch er verriet bereits, dass das CSU-Programm vor allem „sozial und ökologisch“ geprägt sein wird. Neben Kammerl geht Ingo Priebsch für die Grünen ins Rennen. Die SPD hat sich für Gregor von Uckermann ausgesprochen, die Mitglieder stimmen am 25. Oktober ab. Die UWG wird am selben Abend ihren Bewerber nominieren. (sus)

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