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Haben nicht mehr kandidiert (v.l.): Ludwig Nadasi, Thomas Möller, Ai da Gotscharek, Alfons Paulus, Reinhard Wetzel, Peter Betz und Stephan Antal. 

Entscheidung im Herbst 

Deutsch-Ungarischer Verein vor dem Aus

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Dem Deutsch-Ungarischen Verein (DUVG) in Gröbenzell droht die Auflösung. Die aktuelle Vorstandschaft zieht sich zurück, Nachfolger sind nicht in Sicht.

Gröbenzell – Bei einer außerordentlichen Versammlung voraussichtlich im Oktober entscheidet sich die Zukunft des Deutsch-Ungarischen Vereins. Seit 1990 besteht zwischen der Gemeinde Gröbenzell und der ungarischen Stadt Pilisvörösvar eine Partnerschaft. Genauso lange hilft auch schon der Deutsch-Ungarische Verein, diese zu pflegen. Doch die Zukunft des Vereins steht seit der Mitgliederversammlung im April in den Sternen.

Das Vorstandsteam um Ludwig Nadasi hatte sich aus persönlichen und überwiegend aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt. Lediglich 19 der rund 90 Vereinsmitglieder waren zur Versammlung gekommen. Versuche, bereits im Vorfeld ein neues Team auf die Beine zu stellen, sind laut Nadasi gescheitert: „Die Resonanz war gleich null.“ Und auch bei der Versammlung fand sich niemand, der in die Fußstapfen der Vereinsführung treten wollte. Nadasi und sein Team leiten den Verein nun kommissarisch weiter – allerdings nur noch bis zur neuerlichen Versammlung. Wahrscheinlich im Oktober, will der DUVG laut Nadasi dazu laden. „Bei dieser Gelegenheit werden wir auch eine Umfrage unter den Mitgliedern starten, ob überhaupt noch Interesse am Verein besteht.“

Wenn nicht, dann wird der DUVG wohl den Weg gehen, den das ungarische Pendant in der Partnerstadt Pilisvörösvar schon vor rund zehn Jahren beschritten hat: „Der ist damals eingeschlafen“, sagt Nadasi. Der Noch-Vereinschef ist mittlerweile 70 Jahre alt. Und auch seine Vorstandskollegen wollen sich langsam in den vereinsmäßigen Ruhestand zurückziehen. Neben dem Posten von Nadasi müssen für folgende Personen Nachfolger gefunden werden: Vize Reinhard Wetzel, Schriftführer Stephan Antal, Schatzmeister Alfons Paulus sowie die Beisitzer Aida Gotscharek, Thomas Möller und Peter Betz.

Obwohl der Verein 90 Mitglieder zählt, ist die Nachfolgersuche nicht einfach. „Wir sind leider überaltert“, sagt Nadasi. Das Durchschnittsalter liege bei mehr als 70 Jahren. Eine Auflösung würde Nadasi bedauern, denn der Verein war zuletzt durchaus noch aktiv. Monatliche Veranstaltungen wie noch zu Beginn der Partnerschaft gibt es zwar nicht mehr. „Aber wir haben jedes Jahr noch gegenseitige Besuche organisiert und die Ungarn auch immer wieder zu Veranstaltungen bei uns eingeladen“, berichtet der scheidende Vereinschef. Eingeschlafen sei aber der Austausch bei den Kindern und Jugendlichen über die Schulen und Sportvereine.

Für einen künftigen Vorstand ist die Arbeit laut Nadasi letztlich überschaubar. „Er muss den Verein voranbringen und neue Mitglieder werben.“ Dazu kommt die Organisation der Fahrten nach Ungarn. Die jüngste Busreise hat der kommissarische Vorstand noch durchgeführt, nachdem bei der Wahl keine Kandidaten gefunden worden waren. Was bei der Organisation hilft: „Die Kontakte nach Pilisvörösvar sind sehr gut“, sagt Nadasi. Die Partnerschaft zwischen Gröbenzell und Pilisvörösvar werde natürlich auch ohne den Verein weiter bestehen“, sagt der Gröbenzeller. Schließlich gebe es den Austausch auf kommunaler Ebene. Zudem seien auch außerhalb des Vereinslebens viele Freundschaften entstanden, die sicher weiter gepflegt würden. Dennoch würde er es sehr bedauern, müsste der DUVG aufgelöst werden, da durch die Vereinsarbeit der Austausch intensiver sei.

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