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Noch steht der Bahnhofskiosk leer. Ab 1. September könnte er aber schon wieder verpachtet sein. Es gibt Pläne, dass dort Döner verkauft werden sollen.

Bahnhofskiosk

Döner im Bahnhofs-Kiosk

Nach einer Bäckermeile droht Gröbenzell nun eine Dönermeile. Denn das türkische Fast Food soll ab Ende des Jahres im Bahnhofskiosk verkauft werden. Es wäre der dritte Dönerladen in der Ortsmitte. Das stößt auf Kritik.

Gröbenzell – Seit Jahren steht der Kiosk am Bahnhof bereits leer. Nun könnte sich aber etwas tun, ein Interessent ist offenbar gefunden. Im Kiosk ist der Verkauf von Döner und Convenience vorgesehen sei. Reisebedarf werde an den S-Bahnhöfen heute kaum noch verkauft, hieß es bei der Bahn. Sollten die Verhandlungen mit dem Interessenten erfolgreich sein, könnte der Kiosk ab 1. September verpachtet und nach einer Renovierung Ende des Jahres wieder genutzt werden.

Das wäre dann der dritte Dönerladen im Zentrum. In der Kirchenstraße wird der Snack bereits seit Jahren verkauft. Und in der Bahnhofstraße werden nahe der Unterführung seit einem Jahr ebenfalls Döner angeboten.

In der Gemeinde stößt die Ankündigung, dass ein weiterer Dönerladen entstehen soll, auf unterschiedliche Resonanz. Der Ortsvorsitzende der CSU, Andreas Keefer, ist vor allem darüber froh, dass der Kiosk wieder vermietet wird. Er sieht auch kein Problem darin, dass auf wenigen hundert Metern ein dritter Verkaufstand entstehen würde. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt er.

Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) ist dagegen entsetzt. „Ich halte das für völlig daneben“, macht er klar. „Das ist nicht im Sinn der Gemeinde, wir wollen einen Kiosk mit Fahrkartenverkauf.“

Ähnlich sieht es die Vorsitzende des Bund Naturschutzes, Ariane Zuber. An einem Bahnhofskiosk solle man Reisebedarf und Fahrkarten kaufen können. Allenfalls könnte sie sich einen Dönerladen mit einem Alleinstellungsmerkmal vorstellen: den Verkauf konventioneller und veganer Döner sowie aus Biofleisch. Ein solches Angebot existiere bereits am Münchner Hauptbahnhof, und dies mit so großem Erfolg, dass sich jeden Mittag lange Schlangen vor dem Verkauf bilden würden.

Auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Peter Falk, betrachtet das Vorhaben mit großer Skepsis. Da werde wieder Billigfleisch angeboten, und ein anderer gehe pleite, fürchtet er.

Auch Marianne Kaunzinger von der UWG hält einen weiteren Dönerstand für keine gute Idee. Sie fürchtet im Gegensatz zu Keefer die Folgen des Konkurrenzdrucks. Denn ihr liegt es zum einen am Herzen, dass dort kein Billigfleisch verkauft wird, zum anderen aber auch, dass die Pächter von dem Verkauf leben können.

„Davon halte ich nicht sehr viel“, sagt Reinhold Paesler (CSU). Auch er würde einen Kiosk mit Fahrkartenverkauf bevorzugen. Denn Menschen, die nicht so mit Computern vertraut sind, hätten oft Probleme mit dem Kauf eines Tickets am Automaten und ebenso, sich eine Fahrkarte im Internet zu besorgen.

Ob tatsächlich jemals Döner im Bahnhofskiosk verkauft werden, ist derzeit offen. Denn erst, wenn bei der Verwaltung ein solcher Verkauf beantragt wird, wird überprüft, ob dieser überhaupt zulässig ist. (sus)

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