Hans Israel liebte die Natur undseinen Garten. 

Nachruf 

Ein Zeitungszusteller voller Leidenschaft für seine Aufgabe

Mit dem Zeitungsaustragen begann er eigentlich nur zum Spaß. Doch aus dem anfänglichen Nebenjob wurde für Hans Israel sehr bald eine neue Lebensaufgabe. 

Gröbenzell – 32 Jahre lang sorgte er dafür, dass unsere Zeitung pünktlich auf den Frühstückstischen der Leser landete. Zunächst war der Elektromeister, der damals als Wirt einer Sportgaststätte arbeitete, selbst als Zusteller unterwegs. Jeden Morgen bei Wind und Wetter verteilte er das Fürstenfeldbrucker Tagblatt in seinem Wohnort Gröbenzell. Damals war Hans Israel schon Mitte 50. Doch je näher das offizielle Rentenalter rückte, desto weniger dachte er daran, sich zur Ruhe zu setzen. Das Gegenteil war der Fall.

Denn mit 60 Jahren wurde Hans Israel zum Vertriebsstellenleiter befördert und übernahm die Verantwortung für rund 3000 Zeitungszusteller in den Regionen Fürstenfeldbruck, Erding und Oberbayern. Wenn Not am Mann war, sprang er auch noch selbst als Austräger ein. Ab 1988 vertrat Hans Israel als freigestellter Trägerratsvorsitzender die Interessen aller Zusteller des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen. Das tat er voller Leidenschaft, bis er 85 Jahre alt war. Für „seine“ Austräger war der dreifache Vater immer ansprechbar, egal, welche Sorgen und Probleme an ihn herangetragen wurden.

Er organisierte Betriebsausflüge und Ehrungsabende, weil es ihm wichtig war, die Zusteller als entscheidendes Bindeglied zwischen Zeitung und Lesern zu würdigen. In dem von ihm selbst gestalteten Informationsblatt „Zündfunke“ hielt er außerdem die Träger über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Als die Schreibmaschine nach und nach von der EDV verdrängt wurde, lernte der Senior noch mit 70 Jahren den Umgang mit dem Computer. Pflichtbewusst, korrekt und voller Engagement – so blieb er nach der großen Verabschiedung 2010 allen in der ZVO Zeitungsvertriebs GmbH in Erinnerung.

Privat liebte der 1925 in Schwäbisch-Hall geborene Hans Israel seinen Garten und die Berge. Er ging klettern oder wandern, so oft es ihm möglich war.

Als SPD-Gemeinderat bestimmte er von 1972 bis 1978 mit über die Entwicklung seiner Wahlheimat Gröbenzell. Er engagierte sich im Gartenbauverein und schrieb ein Buch über seine Lebenserinnerungen. Mehrmals machte er sich auf die lange Reise nach Australien, wohin der ältere seiner beiden Söhne ausgewandert war. Die zwei Urenkel, die dort inzwischen auf die Welt gekommen sind, konnte er jedoch nicht mehr kennenlernen.

Erst in den letzten Jahren ließ den rüstigen Senior die Gesundheit langsam im Stich. Liebevoll umsorgt von der Familie seines jüngeren Sohnes, verbrachte er seinen Lebensabend in Motzenhofen im Landkreis Aichach-Friedberg. Dort starb Hans Israel jetzt mit 93 Jahren. (os)

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