Will Gröbenzeller Bürgermeister werden: Der in Olching lebende Gregor von Uckermann. foto: privat

Kommunalwahl 2020

Er soll für die SPD das Rathaus Gröbenzell erobern

Vor fünf Jahren war die Gröbenzeller SPD mit dem im Lochhausen lebenden Landtagsabgeordneten Florian Ritter bei der Bürgermeisterwahl gescheitert. Nun stellen die Sozialdemokraten erneut einen Nicht-Gröbenzeller auf. Bei der Wahl im kommenden März soll Gregor von Uckermann antreten.

Gröbenzell –  „Ich will Bürgermeister von Gröbenzell werden“, betonte von Uckermann bei einem Pressegespräch. Der 30-jährige Jurist, Gesangslehrer und Stimmtrainer ist zwar in Gröbenzell aufgewachsen, hat in der Gemeinde am Gröbenbach die Schulbank gedrückt, Fußball bei Grün-Weiß gespielt, war als Schiedsrichter aktiv und arbeitet seit Jahren im Vorstand der Gröbenzeller mit. Seit drei Jahren aber lebt er in Olching.

Einstimmig zum SPD-Kandidat nominiert

Seine Vorstandskollegen haben von Uckermann einhellig als Bürgermeisterkandidaten nominiert „Er ist dafür bestens geeignet“, ist Gemeinderätin und Vorstandsmitglied Inga Wiebers überzeugt. Sie lobt, er se „sehr ausgleichend“, „einer der versucht Gemeinsamkeiten zu finden“, „keiner der streitet“. Ende Oktober sind die Mitglieder gefragt, das Vorstandsvotum zu bestätigen.

Verbunden mit Kritik an Amtsinhaber Martin Schäfer (UWG) präsentierten Gemeinderat Peter Falk und Wiebers – unterstützt von Ritter – ihren Bewerber. „Für das Soziale wurde in den letzten Jahren in Gröbenzell wenig getan“ monierte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Und von Uckermann konkretisierte: „Gröbenzell hat sehr geschlafen im gemeindlichen Wohnungsbau.“ Für ihn habe das „oberste Priorität“.

SPD-Kandidat will zentrales Gebäude für Pflegekräfte und Azubis

Er will sich daher für ein zentrales Gebäude für Pflegekräfte und Azubis einsetzen. Die Bahnhofstraße schwebt ihm dafür vor. „Wohnen ist ein Menschrecht auch in Gröbenzell“, betonte von Uckermann. Geplant ist der Bau von Sozialwohnungen in Gröbenzell zwar bereits, auf dem Züblinzwickel, auch für die Bahnhofstraße ist dies immer wieder im Gespräch.

Falk kritisierte, Kommunen um Gröbenzell bauten Sozialwohnungen aber „in Gröbenzell wird es zerredet“. Er fügt hinzu: „Der Züblinzwickel war bereits zu Bernd Rieders Zeiten baureif.“ Rieder war von 1980 bis 2004 Gröbenzells Bürgermeister.

SPD-Kandidat enttäuscht vom Aus der Hexe

Sichtlich enttäuscht ist von Uckermann auch über den gescheiterten Erhalt der Hexe. Er erinnerte daran, dass Schäfer seinen Wahlerfolg habe noch in der Hexe gefeiert habe. Damals habe man sich nicht vorstellen können, dass das Lokal zum Ende seiner Amtszeit nicht mehr existiert. Einen Schuldigen für den gescheiterten Tausch mit Grundstücken in der Bahnhofstraße hat er gefunden: „Vor allem die CSU-Fraktion hat hintertrieben“.

Falk aber hat die Hoffnung noch nicht aufgeben, noch werde verhandelt, verriet er. Hätte „der Alteigentümer“ der Gemeinde damals ein Kaufangebot gemacht, wäre es einfacher gewesen zu verhandeln als mit einem Bauträger, meint Falk. Besagter Alteigentümer war der amtierende Bürgermeister gemeinsam mit seinem Bruder Michael. Beide hatte Ende 2016 die alte Bahnhofswirtschaft an eine Germeringer Wohnbaugesellschaft verkauft.

Durchaus Chancen für den SPD-Kandidat?

Die Chance einen Amtsinhaber bei der Kommunalwahl 2020 zu schlagen sieht die SPD durchaus. Die Soziademokraten erinnern daran, dass ihr Parteifreund, der damals 27-jährige Florian Hartmann, 2014 den Dachauer CSU-Stadtchef Peter Bürgel aus dem Amt gedrängt hatte. Für seine Bekanntheit in Gröbenzell wird von Uckermann aber noch einiges tun müssen. 2014, als er noch in Gröbenzell lebte, hatte er bei der Gemeinderatswahl lediglich 1875 Stimmen erhalten, fiel von Platz drei auf Platz sechs zurück und zog nicht in den Gemeinderat ein. (sus)

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