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Erste Sitzung des Gemeinderates: CSU geht weiträumig leer aus

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Konstituierende Sitzung in der Wildmooshalle: Bürgermeister Schäfer (l.) mit reichlich Abstand zum einstigen Herausforderer Anton Kammerl von der CSU (r.).
Konstituierende Sitzung in der Wildmooshalle: Bürgermeister Schäfer (l.) mit reichlich Abstand zum einstigen Herausforderer Anton Kammerl von der CSU (r.). © Peter Weber

Der Gröbenzeller Gemeinderat hat sich aufgestellt: Die Posten für das Amt des Zweiten und Dritten Bürgermeisters gingen an die Grünen und SPD. Die CSU fand zu wenig Unterstützer. Und das nicht nur hier.

Gröbenzell – Der Gröbenzeller Gemeinderat ist Improvisation gewohnt. In der vergangenen Amtszeit tagte man in einem Übergangsrathaus. Nun musste man zumindest für die konstituierende Sitzung noch einmal umziehen: in die Wildmooshalle. Nur hier konnten die Abstandsregeln in Zeiten von Covid-19 eingehalten werden. Meterweit waren die Gemeinderatsmitglieder voneinander entfernt, Bürgermeister Martin Schäfer trug eine Schutzmaske. Die Sitzung dürfte wohl in Erinnerung bleiben, nicht zuletzt weil es auch die erste mit 30 Gemeinderäten war.

Gemeinderat Gröbenzell: Vize-Bürgermeister

Bei der CSU wird sie wohl eher als rabenschwarzer Abend reflektiert werden. Deren Kandidaten für stellvertretende Bürgermeister-Posten, Anton Kammerl und Brigitte Böttger, erhielten zu wenig Unterstützung. Damit bleibt Martin Runge (Grüne) Vize-Rathauschef. Gregor von Uckermann (SPD) wurde zum Dritten Bürgermeister bestimmt.

Der Sozialdemokrat Peter Falk hatte Runge als zweiten Bürgermeister vorgeschlagen. Als „seriösen älteren Herrn“, der seine gute Arbeit der vergangenen sechs Jahre fortsetzen solle, hatte er den 62-Jährigen für den Posten empfohlen.

Für Kammerl hatte sich Brigitte Böttger als Vertreterin, der mit neun Mitgliedern stärksten Fraktion im Gemeinderat ausgesprochen. Kammerl habe sie gebeten, ihn als Zweiten Bürgermeister vorzuschlagen, erklärte sie. Dieser habe in der Stichwahl gegen Schäfer ein „überaus respektables Ergebnis“ erzielt. (Alle Kandidaten können Sie hier nachlesen.)

Davon konnte nun nicht mehr die Rede sein: Runge wurde von 20 Räten unterstützt, Kammerl hingegen lediglich von elf. Sprich: Nur zwei Stimmen kamen nicht aus dem eigenen CSU-Lager.

Gemeinderat Gröbenzell: Dritter Bürgermeister

Für den Posten des Dritten Bürgermeisters bewarben sich drei Gemeinderäte. Runge schlug den Sozialdemokraten von Uckermann vor, der sich im Wahlkampf, in beachtlicher Geschwindigkeit in die Gemeindepolitik eingearbeitet und erfreulich viel Frische gezeigt habe. Der 30-jährige Jurist, Gesangslehrer und Stimmtrainer war einer der fünf Bewerber um das Amt des ersten Bürgermeisters und hatte 17,6 Prozent der Stimmen bekommen.

Thomas Eichler (CSU) machte sich dafür stark, für diesen Posten seine Parteifreundin Brigitte Böttger zu wählen: „Nach langer Zeit mal wieder eine Frau“, noch dazu „mit langjähriger Erfahrung“.

Eine weibliche Besetzung wünschte sich ebenso Wolfgang Netschert (Freie Wähler). Er schlug seine Fraktionskollegin Cornelia Aicher-Leonbacher vor. Diese wurde dann auch von vier Gemeinderäten gewählt, Böttger erhielt zehn Stimmen und von Uckermann siegte mit 17 Unterstützern.

Bürgermeister Schäfer war mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Zu Runge sagte er: „Ich bin froh, dass wir wieder gemeinsam arbeiten können.“ Und er freute sich, mit von Uckermann wieder einen jungen Kollegen im Team zu haben. „Ich glaube, das ist eine gute Mischung.“

Gemeinderat Gröbenzell: Referenten

Vergeben wurden an diesem Abend auch die 21 Referentenposten (siehe Kasten). Mehrere Posten konnten erst nach einer Kampfabstimmung vergeben werden. Auch hier ließ die CSU Federn: Bei der Bewerbung um den Gewerbereferenten unterlag Michael Jaumann, bei der um den Jugendreferenten Maximilian Rötzer, bei Feuerwehr und Sicherheit Michael Schweyer sowie bei Planung/Ortsentwicklung Anton Kammerl (mit 17:14 Stimmen) gegen die jeweiligen anderen Kandidaten. Kammerl ergatterte dafür aber einen anderen Referentenposten.

So manches Referat wurde neu geschaffen, wie das für Recht und Digitalisierung, das der Sozialdemokrat Axel von Walter übernahm. „Wir freuen uns, wenn wir nicht teure Experten einkaufen müssen“, betonte Runge. Der Jurist von Walter ist als Partner und Mitglied der Geschäftsleitung in einer großen internationalen Rechtsanwaltskanzlei tätig.

Susanne Schwind

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