+
Stefan Pickart hat geheiratet und geht nach Meitingen.

Stefan Pickart geht

Evangelischer Pfarrer verlässt Gröbenzell

Im September müssen sich die Mitglieder der evangelischen Zachäusgemeinde in Gröbenzell von ihrem Pfarrer verabschieden. Stefan Pickart geht nach Meitingen. Wahrscheinlich frühestens Anfang nächsten Jahres wird die Stelle nachbesetzt.

GröbenzellVor sieben Jahren im September war Stefan Pickart nach Gröbenzell gekommen. Damals traf er eine zutiefst zerstrittene Gemeinde an. Die unterschiedlichen Meinungen zu einem geplanten Umbau der Kirche hatten den Unfrieden ausgelöst. Doch Pickart schaffte es, mit Hilfe einer Mediation wieder Ruhe in die Pfarrgemeinde zu bringen. Damals wurde dann auch beschlossen, den Umbau ruhen zu lassen. Das tut er bis heute.

Allerdings sind kleinere Maßnahmen beschlossen worden. Die verzogene Eingangstür zur Kirche muss ausgetauscht werden. Und damit die Pfarrer sich nach den Gottesdiensten auch bei Regen im Trockenen von ihren Schäfchen verabschieden können, soll der Eingangsbereich ein Vordach bekommen. Auch die Beleuchtung der Kirche soll erneuert werden.

Nicht Ruhe, sondern Leben hat Pickart gemeinsam mit seiner Pfarrerkollegin Christine Drini in die Jugendarbeit gebracht. Zu Beginn seiner Amtszeit bestand die Jugendgruppe der Gemeinde gerade Mal aus drei Zehnjährigen, die sich einmal im Monat getroffen haben. Mittlerweile ist die Gruppe wieder auf bis zu zehn Mädchen und Jungen angewachsen. Sie kommt regelmäßig dienstags im Gemeindehaus zusammen. Es wird gemeinsam gespielt, gegessen, diskutiert und Jugendgottesdienste werden vorbereitet.

Meditative Einheiten haben Einzug gehalten, mit Musik, Fotos und Texten

Die Gestaltung der Gottesdienste war auch einer der Schwerpunkte, die sich Pickart gesetzt hatte. In seiner Zeit in Gröbenzell haben sich die Gottesdienste verändert. Meditative Einheiten haben Einzug gehalten, mit Musik, Fotos und Texten. Am Herzen lag es ihm aber auch, Taufen, Trauungen und Beerdigungen persönlich zu gestalten, sich dabei nicht an Vorlagen zu halten. Und der Kontakt zu den Partnergemeinden in Tansania und in Mecklenburg-Vorpommern war ihm immer wichtig.

Großen Raum seiner Tätigkeit nahm zudem die Flüchtlingsarbeit ein. 2013 erreichte ein Anruf das Pfarramt, ob die Gemeinde zum Kirchenasyl bereit sei. Das Kirchenasyl wurde dann zwar nicht notwendig, doch Lilo Nitz, Mitglied des Kirchenvorstandes, erklärte sich bereit, einen Arbeitskreis Asyl aufzubauen. Dieser kümmert sich bis heute um die in Gröbenzell lebenden Flüchtlinge

Am 1. Oktober wird Pickart seine neue Stelle in Meitingen antreten. Gröbenzell verlässt er auf eigenen Wunsch. Der 53-Jährige hat in seiner Zeit in der Zachäusgemeinde geheiratet und möchte mit seiner Ehefrau noch einmal gemeinsam neu beginnen.

Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest. Im Oktober wird der Landeskirchenrat darüber entscheiden. Pickart geht davon aus, dass seine Stelle frühestens zum 1. Januar kommenden Jahres neu besetzt wird. Bis dahin wird Christine Drini die Gemeinde alleine führen.

von Susanne Schwind

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Leichte Sprache: Er will Texte für alle verständlich machen
Wenn der im Rollstuhl sitzende Herbert Sedlmeier als Kreisbehindertenbeauftragter dafür kämpft, dass Menschen mit Behinderung ungehinderten Zugang zu allen …
Leichte Sprache: Er will Texte für alle verständlich machen
Ackergift soll auf Gemeindegrund tabu sein
In der Gröbenbachgemeinde sollen künftig deutlich weniger Ackergifte versprüht werden. 
Ackergift soll auf Gemeindegrund tabu sein
“Ich bin Satan und sauge dir das Blut raus“ - Stadtbekannter Verwirrter vor Gericht
„Gaudikrankenschwester“, „Mehlwurm“, „Flittchen“ – mit diesen Beschimpfungen hält Karl D. (57) die Bürger in der Amperstadt seit Jahren auf Trab. Nun prüft das Münchner …
“Ich bin Satan und sauge dir das Blut raus“ - Stadtbekannter Verwirrter vor Gericht
Amtsgericht sucht neue Schöffen
Der Landkreis ist auf der Suche nach Schöffen. Die neue fünfjährige Amtsperiode für die Laien-Richter beginnt 2019. Einer von ihnen ist Hans Lienert. Der Pensionär liebt …
Amtsgericht sucht neue Schöffen

Kommentare