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Bezahlbarern Wohnraum will Alt-Bürgermeister Eicke Götz in Gröbenzell realisieren.

Bezahlbarer Wohnraum

Ex-Rathauschef plant Stiftung für Familiendorf

Gröbenzell - Eine kommunale-kirchliche Kooperation soll es ermöglichen, in Gröbenzell günstigen Wohnraum zu schaffen. Initiator des geplanten Pilotprojekts ist Altbürgermeister Eicke Götz. Doch es gibt Hindernisse.

Eicke Götzplant ein Familiendorfin Gröbenzell.   

Günstiger Wohnraum – gerade im Speckgürtel von München – ist knapp. Und nicht erst seit dem Flüchtlingsansturm im vergangenen Jahr wird von vielen Seiten gefordert, mehr Wohnraum zu schaffen, den sich nicht nur Reiche leisten können. Das Thema liegt auch dem früheren Bürgermeister und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Eicke Götz am Herzen. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der 76-Jährige deshalb vorgeschlagen, ein 700 Quadratmeter großes Grundstück der katholischen Kirche in der Kirchenstraße in eine zu gründende Stiftung einzubringen und dieses dann mit einem Mehrfamilienhaus zu bebauen.

Dieses Grundstück hat sich aber als zu klein und städtebaulich nicht geeignet erwiesen. Doch Götz hat nicht aufgegeben, zahlreiche Gespräche geführt und viele Briefe geschrieben. Denn die Kirche ist Eigentümerin eines viel größeren Grundstücks in der Gröbenbachgemeinde. Götz kann sich vorstellen, dieses 8000 Quadratmeter große Areal hinter der Gröbenbachschule zu bebauen und in den Wohnungen einheimische Familien und Migranten unterzubringen.

Eine Stiftung, die von Gemeinde und Kirche gemeinsam gegründet und getragen wird, könnte auf dem Gelände ein Familiendorf errichten. Unter der Voraussetzung, dass die Kirche innerhalb der Stiftung ein Mitspracherecht bekommt – beispielsweise bei der Belegung der Wohnungen – und im Beirat paritätisch vertreten ist, könnte dieses Grundstück unentgeltlich in das Grundstockvermögen einer kommunal-kirchlichen Stiftung eingebracht werden.

Die politische Gemeinde wäre nach Götz Vorstellung dann für Planung, Bebauung und Unterhalt verantwortlich. Bürger könnten das Projekt durch Spenden unterstützen. So könnten großzügige staatliche Förderungen genutzt werden, Förderungen, die laut Götz nach oben keine Grenzen haben.

Denn Götz hat erreicht, dass der im Dezember vergangenen Jahres beschlossene „Wohnungspakt Bayern“ auch fördert, wenn eine Stiftung von Gemeinde und Kirche als Rechtsträger auftritt. Eigentlich sieht der „Wohnungspakt Bayern“ eine Vollförderung derartiger Projekte nur dann vor, wenn Gemeinden auf eigenem oder erbbaurechtlich gesichertem Grund bauen. Das bayerische Innenministerium kann sich laut Götz sogar ein beispielhaftes Pilotprojekt in Gröbenzell vorstellen. „Die Kirche hat Grundvermögen noch und nöcher“, betont Götz. „So kann man mal sehen, wie weit ihre Barmherzigkeit reicht.“

Dem Altbürgermeister schwebt vor, das Areal angepasst an das Gröbenzeller Ortsbild zu bebauen, also nicht mit Hochhäusern, sondern möglicherweise mit Doppelhäusern. Vorstellen kann er sich auch Gemeinschaftseinrichtungen auf dem Gelände, zum Beispiel einen Kindergarten und Räume für Treffpunkte. Aber auch Straßen und Gehsteige seien notwendig, so dass nicht die gesamten 8000 Quadratmeter für Wohnraum genutzt werden können.

Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) ist zwar einerseits erfreut, dass sich Bürger wie Götz darüber Gedanken machen, wie Wohnraum im Ort geschaffen werden kann. Er bezweifelt aber, dass das von Götz vorgeschlagene Grundstück dafür geeignet ist. Denn es liegt laut Runge im Außenbereich und „ist „hochgradig überschwemmungsgefährdet“. Er verspricht aber, den Vorschlag genauestens zu prüfen.

Johann Höcherl, Kirchenpfleger der katholischen Pfarrgemeinde St. Johann Baptist ist sehr angetan von der Idee. Denn so könnte Wohnraum auch für Menschen mit „einem normalen Einkommen entstehen“ – beispielsweise für Erzieherinnen, Kirchenangestellte, aber eben auch für anerkannte Flüchtlinge. Aber auch für Höcherl ist klar, dass „zuvor die wasserrechtliche Thematik zu klären ist“. (sus)

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