Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Stolzes Herrchen: Lutz Nitzschke mit seiner Riesenschnauzer-Mischlingsdame Molly (9) mit ihren vielen gewonnenen Urkunden. foto: akk

Hundesport

Die feinste Nase von Gröbenzell

Gröbenzell - Molly ist eine richtige Detektivin. Die Hundedame kann über Kilometer Fährten verfolgen und Gegenstände aufspüren. Sie und ihr Herrchen Lutz Nitzschke haben schon einen ganzen Stapel Urkunden von Wettkämpfen daheim. Heuer wollen die zwei zur Deutschen Meisterschaft.

Riesenschnauzer-Mischlingsdame Molly (9) und ihr Besitzer Lutz Nitzschke (72), denken in Sachen Hundesport nicht an den Ruhestand: Nachdem sich Molly bereits im Herbst vergangenen Jahres in Kempten den Bayerischen Meistertitel in der Fährtenhundeprüfung geholt hat, wollen Hundehalter und Hund auch heuer wieder antreten. „Wir werden den Titel hoffentlich wieder bekommen und dann im zweiten Anlauf bei der Deutschen Meisterschaft in Westfalen antreten“, sagt Lutz Nitzschke.

Letztes Jahr war das nicht möglich, weil Molly krankheitsbedingt nicht bei der Deutschen Meisterschaft antreten konnte. Wenn Molly auf „ihrer Spur“ ist, sprich auf Fährte angesetzt, dann ist sie in ihrem Element. Lutz Nitzschke ist seit 1990 beim Hundesportverein Gröbenzell als Ausbilder tätig und auch Molly ging als Junghund durch seine Schule. „Ich begeisterte mich schon als Kind für Hunde, meine Eltern hatten eine Teckelzucht“, erzählt der ehemalige Leipziger, der kurz nach der Wende nach Westdeutschland kam. Für die bajuwarischen Leser: Teckel sind Dackel.

Mit seinem Vereinseintritt in Gröbenzell brachte Nitzschke seine Erfahrungen im Verein ein: Der 72-Jährige gibt Kurse in Fährte, in der Schutzhunde- und Begleithundeausbildung und in Obedience – der hohen Schule der Unterordnung. Molly bildete er erst aus, dann blieb sie ihm, denn ihr ehemaliger Besitzer hatte keine Zeit mehr, sich um den Hund zu kümmern. Umso mehr Zeit nahm sich Lutz Nitzschke für die Ausbildung der schwarzen Riesenschnauzerdame. Mit Erfolg.

Schnell erkannte er das Potenzial, das in diesem Hund steckt und dank seiner Ausbildung ist Molly auf der Fährte in ihrem Element. „Wir betreiben zwar damit reinen Hundesport, aber man könnte Molly auch in der Personensuche einsetzen“, sagt Nitzschke. Er nutzt die Kapazitäten, die sein Hund mitbringt, quasi aus. „Damit laste ich sie geistig und körperlich aus und es macht uns beiden Spaß.“

Auf der drei Kilometer langen Fährte ist höchste Konzentration gefragt, denn: „Eine Viertelstunde vor Beginn der Wertung wird die Spur gekreuzt, also eine falsche Fährte gelegt und dann kommt es darauf an, dass Molly auf der Spur bleibt, auf die sie angesetzt wurde.“ Und so eine „Prüfungsspur“ hat es in sich: Mit rechten Winkeln, spitzen Winkeln und Bögen, kreuz und quer im Gelände verteilt, müssen sieben Gegenstände aus Gummi, Kunststoff, Textil oder Leder auf einer Strecke von drei Kilometern Länge vom Hund angezeigt werden.

Beim Anzeigen muss der Hund vor der „Beute“ abliegen – eine Prüfungsfährte zu absolvieren, bedeutet rund 40 Minuten intensive Nasenarbeit für den Hund. Damit Molly gerne bei der Sache bleibt, wird sie dreimal wöchentlich von Lutz Nitzschke trainiert, denn: Ohne Fleiß kein Preis. „Es gibt Hunde, die gut veranlagt sind und solche, die es einfach nicht auf die Reihe kriegen“, weiß der Hundetrainer.

Damit es auf der Fährte klappt, muss vorab eines passen: Unterordnung und Grundgehorsam. Sonst läuft auf der Fährte gar nichts. „Darüber hinaus muss man seinen Hund immer wieder neu für diese Aufgabe begeistern können, damit er gern und freudig bei der Sache bleibt.“ Denn: So werden Hunde zu Bayerischen Meistern auf der Fährte gemacht.

von Angi Kiener

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