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Beispielfoto

Aus dem Amtsgericht

Freunde tricksen Radarkontrolle erfolgreich aus

Zu schnell war das Auto eines Gröbenzellers im Herbst 2015 auf der A 96 bei Germering unterwegs. 26 Stundenkilometer mehr als erlaubt zeigte das Radargerät damals an. Die große Frage war anschließend, wer am Steuer des Wagens saß: 

Gröbenzell – der Halter des Fahrzeuges, ein 50-jähriger Gröbenzeller, oder ein guter Bekannter des Mannes, dem der Gröbenzeller den Wagen immer wieder einmal zur Verfügung stellte. Die Sache beschäftigte jetzt sogar das Brucker Amtsgericht.

Der 50-Jährige konnte sich bei der Polizei nicht genau erinnern, vermutete aber, der Bekannte sei am Steuer des Wagens gesessen. Denn dieser sei immer wieder einmal geblitzt worden, wenn er mit dem Auto unterwegs war. Dem Freund wurde dann auch ein Anhörungsbogen zugesandt. Und daraufhin gestand dieser ein, dass er gefahren war.

Doch das Foto bewies etwas anderes, dass nämlich der Autobesitzer aus Gröbenzell selbst hinterm Steuer saß. Dieser musste nun nicht nur das Bußgeld von 80 Euro bezahlen und bekam einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Er wurde auch wegen falscher Verdächtigung angeklagt.

Das Amtsgericht sprach den 50-Jährigen jedoch frei. Denn nachdem der Richter den Anhörungsbogen genauestens studiert hatte, konnte er aufgrund des Schriftbildes nicht ausschließen, dass der Bekannte diesen eigenhändig ausgefüllt und sich damit selber falsch der Fahrt bezichtigt hatte. Warum er das getan hatte, konnte nicht aufgeklärt werden. Der Mann lebt in den USA. Er kommt nun ungestraft davon.

Hätte es sich bei der zu flotten Fahrt um eine Straftat gehandelt, hätte der Bekannte wegen Vortäuschen einer Straftat angeklagt werden können. Da es sich aber nur um eine Ordnungswidrigkeit handelt, sieht das Gesetz dieses nicht als strafbar an. Auch eine mögliche Anstiftung zu dem falschen Geständnis ist daher nicht strafbar.  sus

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