Simone Wiesinger ist die Chefin im Fischgut. und hält einen Fisch in der Hand.
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Simone Wiesinger ist mit den Fischen aufgewachsen. Heute ist sie die Chefin im Fischgut.

Ein Besuch in der Fischzucht

Frischer Fisch: In der Corona-Zeit ein Renner

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Am Aschermittwoch kommt Fisch auf den Tisch. Daran kann auch Corona nichts ändern. Aber auch schon vor dem Fisch-Feiertag stieg die Nachfrage in der Gröbenzeller Fischzucht. Die Chefin hat eine Ahnung, warum. Ein Besuch im Reich der glitschigen Wasserbewohner.

  • Als Gericht kommt am Aschermittwoch traditionell Fisch auf den Tisch.
  • Die Chefin der Gröbenzeller Fischzucht Ertl bemerkt aber schon vor diesem Tag eine steigende Nachfrage - und hat eine Vermutung.
  • Zwei Rezepte für ein leckeres Fischgericht finden Sie im Anschluss des Artikels.

Gröbenzell – Es plätschert, rauscht und blubbert. Pumpen surren vor sich hin, in den Teichen wühlen kleine Schaufelräder das Wasser auf. Sonden messen den Sauerstoffgehalt des Wassers. Chefin Simone Wiesinger, ihr Mann Marcus und die Mitarbeiter im Fischgut haben alle Hände voll zu tun, um es ihren Schuppentieren so angenehm wie möglich zu machen. Für die Sicherheit sorgt Julius. Der sieht zwar aus wie ein Eisbär, bewacht aber ganz in Hundemanier seine schuppigen Freunde in den Teichen.

Aufmerksamer Aufpasser: Hund Julius bewacht seine schuppigen Freunde.

Das Leben geht seinen gewohnten Gang, hier am äußersten östlichen Zipfel des Landkreises. Aber natürlich geht die Corona-Pandemie auch am Fischgut nicht spurlos vorbei. Hygieneregeln, Masken, draußen warten: Das Virus bestimmt auch hier den Tag. Doch wie so oft gibt es zwei Seiten der Medaille. Die Fische aus den acht Teichen erfreuen sich noch größerer Beliebtheit, seitdem der Alltag der Menschen nicht mehr allzu viel zu bieten hat, sagt Simone Wiesinger.

Die Kunden wollen es regional und einfach

Die 42-Jährige, deren Eltern die rund 10 000 Quadratmeter große Fischzucht 1973 aus dem Boden gestampft haben, hat eine zunehmende Achtsamkeit bei ihren Kunden festgestellt. „Viel mehr Leute setzen aufs Regionale“, sagt Wiesinger. „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen mehr ihre Heimat erkunden.“ Viele Kunden würden zudem mehr kochen und dabei auch neue Sachen ausprobieren.

Viele würden es unkompliziert, schnell und gesund wollen. Auch Abwechslung spiele eine Rolle. Bestellte Pizza, Burger, Schnitzel oder Pommes könnten viele nicht mehr sehen.

Marcus Wiesinger sorgt mit dem Kescher dafür, dass der Nachschub im Laden nicht ausgeht.

Ein geändertes Kaufverhalten hat Wiesinger bereits zu Weihnachten festgestellt. Gab es in früheren Jahren oft Großeinkäufe mit zehn Fischen und mehr, seien diesmal in der Regel nur zwei oder drei Schuppentiere pro Kunde weggegangen. „Die Leute haben sich offenbar an die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten gehalten“, folgert Wiesinger.

Für den heutigen Aschermittwoch fühlt sich die Mannschaft der Fischzucht gut gerüstet. In den Teichen tummeln sich jede Menge Schuppentiere – der Nachschub wird also nicht ausgehen. Von 12 bis 18 Uhr brutzeln zudem Fische zum Mitnehmen auf dem Grill. Denn Simone Wiesinger weiß: Schnell und unkompliziert – das geht immer.

Tipps von den Profis: Fischgerichte zum Nachkochen für daheim

So bereitet der Daxerhof in Olching Rotbarschfilet zu: Fischfilet im Kühlschrank auftauen lassen (eventuell auch einen Tag vorher), vor dem Braten mit Küchentücher abtupfen, salzen, in Mehl, Ei und Semmelbrösel wenden, anschließend in der Pfanne mit reichlich Öl goldbraun von beiden Seiten braten. Dazu gibt es Kartoffelsalat: Halbfeste Kartoffel weichkochen, abgießen, schälen, in Scheiben schneiden, mit Öl, Essig, Salz, Pfeffer, mittelscharfer Senf und Zucker würzen und durchmengen. Im Idealfall ein bis zwei Stunden ziehen lassen. Auch die Remouladensauce wird selbst gemacht: Dazu hart gekochte Eier grob würfeln mit Mayonnaise und Sauerrahm, je zur Hälfte mischen, mit Salz und Pfeffer, gehackten Kapern und frischem Schnittlauch würzen – fertig.

Einfacher geht’s nicht - Das Rezept der Züchter aus Gröbenzell: Süßwasserfische wie Saibling oder Forelle haben einen sehr milden Eigengeschmack. Simone Wiesinger von der Fischzucht Ertl empfiehlt daher, auf starke Zutaten wie Knoblauch oder Zitrone zu verzichten. Der Tipp der Expertin: Den Fisch von außen und innen richtig gut einsalzen. Dann den Fisch rund fünf Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend gründlich abwaschen und mit ein wenig Petersilie bei 170 Grad für 20 bis 25 Minuten in den Ofen. „Weniger ist mehr“, sagt Simone Wiesinger.

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