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Auto ohne nervige Begleiterscheinungen wie Reifenwechsel: Sabine Kern aus Gröbenzell ist begeistert von dem System des Carsharings, das die Münchner Firma Stattauto in ihrer Gemeinde anbietet. 

Gröbenzell/Olching

Für sie ist Carsharing eine echte Alternative

Mit Carsharing kann man ein Auto sehr flexibel nutzen, ohne selbst einen fahrbaren Untersatz besitzen zu müssen. Das erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 

Gröbenzell – Auch die Stadt Olching will die klimafreundliche Alternative ab Oktober anbieten. In umliegenden Kommunen wie Gröbenzell hat sie sich bereits bewährt – und regelrechte Fans gewonnen.Sabine Kern ist absolut begeistert von dem System. „Ich muss mich um nichts kümmern, keine Reifen wechseln, keine Reparaturen durchführen lassen und den Wagen nicht säubern und pflegen“, schwärmt sie. Die Gröbenzellerin nimmt regelmäßig die Möglichkeit des Carsharings wahr. Ein eigenes Auto rentiere sich nicht für sie. Meistens fahre sie mit Bus und S-Bahn. Das Auto braucht die Gröbenzellerin nur etwa einmal in der Woche. In der Regel erledigt sie damit ihre Einkäufe. Das geht vollkommen stressfrei, sagt Kern. Und sollte mal etwas sein, zum Beispiel der reservierte Parkplatz blockiert, genüge ein Anruf: Der Münchner Anbieter Stattauto kümmere sich um alles.

Insgesamt nutzen mit Sabine Kern 34 Gröbenzeller das alternative Mobilitätskonzept, wie Maximilian Bründl von Stattauto berichtet. 2001 wurde der erste Standplatz am Ährenfeldparkplatz eröffnet. Auf Anregung eines Mitarbeiters von Stattauto hatte dies der Gemeinderat damals beschlossen. Das Angebot kam so gut an, dass bald ein zweiter Standplatz folgte. Mittlerweile stehen ein Kleinwagen und ein Kombi bereit. In Germering und Puchheim gibt es Carsharing bereits seit den 90er-Jahren. Olching springt nun auch auf den Zug auf: Ab Oktober steht dort ein Renault Megan von Stattauto am S-Bahnhof bereit.

Nutzer können die Wagen stundenweise buchen, um damit einzukaufen, Freunde oder Verwandte zu besuchen oder einen Ausflug zu machen. Sie können mit den Autos aber auch tage- oder wochenlang unterwegs sein, etwa um in den Urlaub zu fahren. Sie sind dabei nicht auf ein bestimmtes Auto angewiesen. Stattauto bietet 450 Autos an: Fahrzeuge der Miniklasse, Kleinwagen, Mittelklassekombis, Hochdachkombis, Limousinen, Kompaktvans, Kleinbusse und Kleintransporter, darunter so manches Hybridauto. Wie Bründl berichtet, werden die Fahrzeuge überwiegend an Abenden, an Wochenenden und zur Urlaubszeit gebucht.

So viel kostet das Carsharing

Um am Carsharing teilzunehmen, muss man einen Vertrag abschließen. Zudem ist eine Aufnahmegebühr (55,60 Euro), eine Kaution (500 Euro) und eine Monatsgebühr (7,70 Euro) fällig – MVV-Abonnenten erhalten auf Kaution und Aufnahmegebühr 50 Prozent Rabatt. Nutzer können ein Sicherheitspaket, das bei selbst verschuldeten Unfällen die Selbstbeteiligung reduziert, buchen. Hinzu kommen Gebühren für das Fahrzeug und Kilometergeld. Beispiel: Eine dreistündige Fahrt über 50 Kilometer mit einem Kleinwagen kostet 20,68 Euro.

Gebucht werden kann ein Fahrzeug wenige Minuten vor Fahrtantritt oder auch bereits Monate im Voraus (maximal zwei Jahre). Mit Kundenkarte und PIN erhält man an der Station den Schlüssel aus einem Tresor. Bevor es losgeht, sollten die Fahrer den Wagen auf Schäden untersuchen. Sie müssen darauf achten, dass der Tank des Wagens bei Rückgabe mindestens zur Hälfte gefüllt ist. Ist er dies nicht, müssen sie tanken, die Kosten dafür übernimmt Stattauto. Abzugeben ist der Wagen an der Station, an der er angemietet wurde. Abgerechnet werden die Fahrten jeweils am Monatsende. In anderen Städten können Stattauto-Mitglieder übrigens auch andere Carsharing-Angebote nutzen.

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