Boris Hackl: „Wir warten erst einmaldie nächsten Jahre ab.“

Gymnasium Gröbenzell

Ganztagsklasse mangels Interesse gekippt

Während an Grund- und Realschulen die Nachfrage nach Ganztagsklassen steigt, gibt es am Gymnasium Gröbenzell dafür kaum Interessenten. Bereits zum zweiten Mal ist die Einführung einer solchen Betreuungsform dort gescheitert.

Gröbenzell – Bereits seit etlichen Jahren wird am Gymnasium eine offene Ganztagsbetreuung angeboten. Das Angebot, das vom Förderverein der Schule organisiert wird, wird auch gut angenommen. 170 Schüler sind derzeit dafür angemeldet. An einer gebundenen Ganztagsklasse, die bereits zum zweiten Mal eingeführt werden sollte, haben Eltern und Kinder aber offenbar wenig Interesse.

Lediglich elf Kinder wollten im kommenden Schuljahr eine gebundene Ganztagsklasse in der fünften Jahrgangsstufe besuchen, berichtet Schulleiter Boris Hackl auf Nachfrage. Vor einem Jahr seien es noch 14 gewesen. Doch für eine Gymnasiumsklasse benötige man mindestens 16 Schüler. Zudem seien die Anmeldungen überwiegend von Kindern aus Lochhausen gewesen, so Hackl.

Zwar werden in wenigen Wochen erstmals Kinder einer gebundenen Ganztagsklasse einer Gröbenzeller Grundschule, die vierte Jahrgangsstufe beenden. Doch von diesen Schülern der Ährenfeldschule haben sich nur sehr wenige für die Ganztagsklasse am Gymnasium angemeldet.

Deshalb zieht das Gymnasium nun Konsequenzen. „Wir sind draußen“, sagt Hackl. Einen weiteren Versuch, eine Ganztagsklasse einzuführen, wird es in absehbarer Zeit am Gröbenzeller Gymnasium nicht mehr geben. „Wir warten erst einmal die nächsten Jahre ab“, so Hackl, auch in Hinblick auf die Rückkehr zum G 9.

Damit werden in keinem Gymnasium im Landkreis Kinder in einer gebundenen Ganztagsklasse im kommenden Schuljahr unterrichtet. In so mancher Realschule aber wird dieses Angebot gut angenommen. Hackl vermutet, dass Eltern sich eher eine offene Betreuung wünschen. Diese bietet Eltern und Kindern mehr Freiheit. Denn eine gebundene Ganztagsbetreuung bedeutet, dass sich die Kinder verpflichtend an mindestens vier Tagen in der Woche, in der Regel von 8 Uhr bis 16 Uhr, an der Schule aufhalten. Der Unterricht ist auf den Vor- und Nachmittag verteilt, Lern- und Übungsphasen wechseln sich mit Ruhe und Entspannung ab.

Eine offene Ganztagesbetreuung bietet zwar ebenfalls eine Betreuung bis 16 Uhr. Hier findet der Unterricht aber ausschließlich am Vormittag statt. Nach Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung gibt es Angebote aus dem sportlichen, musischen und künstlerischen Bereich. Eltern können außerdem eine Betreuung zwischen zwei und vier Tagen in der Woche wählen. Es bleibt also die Möglichkeit erhalten, einzelne Nachmittag individuell zu gestalten. (sus)

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